Tom Cruises gesamte Filmografie

Ich wollte mir Mission: Impossible – Fallout anschauen, weil ich viel Gutes darüber gehört hatte, und ich Spionagefilme ja liebe, aber natürlich konnte ich das nicht ohne vorher nicht alle bisherigen Teile gesehen zu haben. Also habe ich, aus einer Laune heraus, praktisch alle auf einmal angesehen.

Und dann ist die Sache wohl ein bisschen eskaliert.

Ich habe schon vorher versucht gesamte Filmografien anzuschauen, aber es hat nie richtig geklappt. In diesem Fall war ich wie besessen, wie das bei mir so ist, und ich habe eine Excel-Tabelle erstellt, wie das bei mir so ist, und damit hatte sich die Sache – jetzt habe ich Tom Cruises ganze Filmografie gesehen und ich werde jeden Film einzeln bewerten, Stück um Stück.

Ich mache das in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung, nicht der Reihenfolge in der ich sie geschaut habe, denn ich denke mein armes Herz könnte es nicht verkraften, wenn ich sie nicht in der richtigen Reihenfolge auflisten würde.

Ich werde auch kein wirkliches Bewertungssystem einführen, denn es ist schwierig bei sowas konsistent zu bleiben und ich glaube mich an eine Marketing-Vorlesung zu erinnern wo uns gesagt wurde, dass der Wert eines Produktes oder eines Service am besten daran gemessen wird, ob man es weiterempfehlen würde oder nicht, also beende ich jede Kritik mit einer Empfehlung oder Nicht-Empfehlungen.

Und, noch ein wichtiger Disclaimer bevor ich hier anfange: ich bin von einigen Entscheidungen, die Tom Cruise in seinem Leben getroffen hat, absolut entsetzt, besonders von seiner Mitwirkung bei Scientology. Ich weiß nicht, ob er wirklich so naiv ist oder ob er Sachen nicht loslassen kann, sobald er sich engagiert, weil er als Mensch einfach zu intensiv ist, aber so wirklich macht der Grund auch keinen Unterschied. Wie jemand Teil solch einer beschissenen Organisation sein kann, geschweige schon jemand der immer und immer wieder in Filmen mitgespielt hat die klar zeigen, dass Sekten-ähnliche, exklusive, machtvolle Institutionen schlecht sind, kann ich nicht begreifen.

Vielleicht geht es Schauspielern am Arsch vorbei oder sie raffen nicht was die Geschichten bedeuten, in denen sie mitspielen, oder vielleicht ist ein Leben solch einer Person vollkommen außerhalb meines Verstehens. Wie dem auch sei, Tom Cruise ist auch ein sehr guter Schauspieler, und er hatte die Chance – oder die Motivation – bei einigen unglaublichen Produktionen von legendären Filmemachern mitzuspielen. Er scheint sich seinem Handwerk und jeder Rolle übermenschlich zu widmen, und dazu ist er noch absolut herrlich anzusehen, mit einer fantastischen Figur, an der er sein Leben lang gearbeitet hat.

Also, zum Zweck dieser Rezension, werde ich sein Privatleben beiseite legen und mich auf die eigentlichen Filme, die Geschichten und Charaktere konzentrieren, und davon schwärmen wie hübsch er in jeder einzelnen davon ist. Was nicht bedeutet, dass die Scientology-Sache nicht wichtig ist, denn die ist es, da wir von einem gefährlichen Verband von gestörten Größenwahnsinnigen sprechen, aber hey, das hier soll nur eine lockere Amateur-Filmkritik sein, also verschiebe ich die finsteren Diskussionen auf einen anderen Tag.

Zudem muss ich auch manchmal außer den Filmen selbst die Übersetzungen der Titel kommentieren, denn das ist eine Kunst in Deutschland, die es sonst so nirgends gibt.

Außerdem, noch eine Bemerkung bezüglich Spoiler: ich habe mein Bestes getan, damit alle Rezensionen spoilerfrei sind, das einzige ist dass manche Bezüge keinen Sinn ergeben werden, wenn man den entsprechenden Film nicht gesehen hat (was aber das generelle Leseerlebnis nicht beeinträchtigen sollte). Alle größeren Spoiler und Anmerkungen sind markiert und als klickbare Absätze versteckt.

Aber gut, hier sind sie also, vierundfünfzig kleine Kritiken von jedem Tom Cruise Film, den es bisher gab.

  1. Endlose Liebe (Endless Love – 1981)

Okay, also… fangen wir mal an. Dieser Film erzählt die Geschichte einer obsessiven Beziehung zwischen einem jungen Mädchen aus einer Hippie-Familie und einem sehr Joe Goldberg aus You-artigen Typen. Ich weiß nicht, ob es an den grenzwertig inzestuösen Implikationen der Mutter, die angesehen hat wie ihre Tochter ihren Freund bumst, oder der expliziten körperlichen Misshandlung, die der besagte Freund dem besagten Mädchen später zufügt, lag, aber mir hat dieser Film nicht wirklich gefallen. James Spader spielt auch mit, und eigentlich mag ich ihn in seinen späteren Rollen, aber in diesen 80er-Filmen spielt er immer schmierige Arschlöcher. Na ja, vielleicht war es einfach eine andere Zeit.

Was den Auftritt von Tom Cruise in diesem Film angeht, der satte 53 Sekunden gedauert hat, in denen er es geschafft hat die schrecklichen Ereignisse einzuleiten, die dazu geführt haben, dass das totale Chaos ausgebrochen ist – ich weiß nicht. Wenn ich mit 19 so ausgesehen hätte, würde meine erste Rolle wohl auch sein sich ohne jeglichen Grund fast komplett auf einem Highschool-Fußballfeld auszuziehen. Aber ich weiß nicht.

Urteil: Ich empfehle diesen Film nicht, obwohl er eines der beliebtesten Hochzeitslieder der Welt hervorgebracht hat – Endless Love von Diana Ross & Lionel Richie.

  1. Die Kadetten von Bunker Hill (Taps – 1981)

Und hier sind wir bei was komplett anderem angekommen – und selbst der übersetzte Titel ist ziemlich gut, obwohl er für meinen Geschmack ein bisschen zu deskriptiv ist. Denn es ist die Geschichte einer Militärakademie, Bunker Hill, die geschlossen wird um das Gelände an Immobilienunternehmer zu verkaufen, dennoch haben die Kadetten, die die Schule besuchen, ein andere Idee. Durch unglückliche Umstände landet der Leiter der Schule, General Bache, im Krankenhaus, also übernehmen die Schüler einfach die Akademie, in einer überraschend gut koordinierten Belagerung. In der Mitte des Ganzes ist Kadett-Major Brian Moreland (gespielt von Timothy Hutton), sein bester Freund Kadett-Kapitän Alex Dwyer (gespielt von Sean Penn in seiner ersten Filmrolle) und der übereifrige Kadett-Kapitän David Shawn (gespielt von Cruise, der am Set wohl so eifrig war, dass man für ihn die Rolle viel größer gemacht hat, was dem Film meiner Meinung nach gut getan hat).

Der Film zeigt einen wundervollen Abstieg in den Wahnsinn und ist eine perfekte Lektion zum Thema ‘sei vorsichtig, was du dir wünschst – es könnte in Erfüllung gehen’, als die Militärkadetten, trainiert um zu marschieren und Befehlen zu folgen, mit ihrem Major fast ins Verderben geraten. Die drei zuvor genannten Charaktere zeigen auch eine sehr gut gestaltete Trichotomie der Sichtweisen, die in dem Film vertreten werden: Alex, dem dieses ganze Militärszeug nicht so liegt und der eher eine unparteiische Haltung einnimmt; David, der ein hitzköpfiger Infanterist mit Größenwahn darstellt; und Brian zwischen den beiden, der das Militär und die Schule zwar sehr ernst nimmt, aber auch lernt loszulassen.

Das Drama und die Leistungen in diesem Film sind einfach hervorragend. Er hat mich sehr an Die Jungen von der Paulstraße von Ferenc Molnár erinnert, ein Buch das ich total liebe, aber halt in einem militärischen Setting. All die Jungs sind wirkliche Jungs oder Teenager, und der Moment wo Tom Cruises Charakter wortwörtlich an die Decke geht ist einfach prächtig. Ich kann nicht aufhören blöd zu grinsen wenn ich diesen Film schaue, weil er manchmal so herrlich albern ist, und dann im nächsten Moment einem mit der dramatischen Spannung eins über die Rübe zieht. Eine unterschätzte Meisterleistung.

Urteil: Ich empfehle diesen Film voll und ganz, zu einhundert Prozent.

  1. Die Outsiders (The Outsiders – 1983)

Weiter geht’s mit dieser Coming-of-Age-Geschichte, die dazu beigeführt hat das sogenannte Brat Pack, eine Gruppe junger Schauspieler aus den 80ern, beliebt zu machen. Die Handlung hier ist ziemlich einfach, es gibt die Greasers, die armen Kerle mit Schmiere in den Haaren, und die Socs (sou-sches, von socials, nicht socks), die reichen Polohemdträger. Dazu kommt Drama und herausfinden, wer man ist, grundlose Gewalt, komplett übersättigte Sonnenuntergänge und kitschig eingeblendete sprechende Köpfe.

Mit gefällt was dieser Film für Popkultur gemacht hat, ich mag Brat Pack-Geschichten allgemein, Mensch, ich mag sogar, dass die Hauptfiguren in diesem Film komische Namen wie Ponyboy und Sodapop haben. Ich verstehe, dass man diesen Film mögen sollte, weil er ein Klassiker ist, aber wenn ich ganz ehrlich bin, holt mich dieser Film fast vierzig Jahre später nicht wirklich ab. Ich weiß, hier geht’s um Coppola und so, aber ich mochte West Side Story lieber als er mehr schwules Tanz-Kämpfen mit sich brachte.

Urteil: Ist ja eigentlich ganz okay, aber muss ich nicht nochmal sehen.

  1.  Die Aufreißer von der Highschool (Losin’ It – 1983)

Dies ist im Grunde genommen eine auf Wish bestellte, Low-Budget, geradeso internationale Version von American Pie, wobei dieser Film erst 16 Jahre später erscheinen würde. Die Übersetzung des Titels ist auch genauso suspekt und wieder mal viel zu offensichtlich bezüglich der Handlung. Wir haben vier junge Typen die nach Tijuana, Mexico fahren, um ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Mit dazu kommen ein kleiner Möchtegern-Unternehmer der billige Feuerwerke kaufen und eine unglücklich verheiratete Frau, die sich schnell scheiden lassen will.

Dann fangen die Faxen schon an, aber einen wirklichen Unterschied machen sie in der Geschichte nicht. Na ja, die Figur des mexikanischen Cops ist ziemlich cool, aber sonst ist jeder in diesem Film ein Trottel, der dumme Entscheidungen trifft. Manche Aufnahmen sind ganz cool, zum Beispiel wenn sich alle Jungs auf einer Polizeistation gleichzeitig von hinter Trennwänden vorlehnen, aber so wirklich bahnbrechend ist das auch nicht. Ich habe viele Dinge nicht nachvollziehen können, sowie warum der Mann der zuvor genannten Frau einfach zuschaut und nichts tut, wenn einer der Jungs sie mit einem ziemlich innigen Kuss verabschiedet.

Urteil: Ich denke diesen Film kann man ruhig überspringen, es sei denn man mag fragwürdige Verhalten gegenüber Frauen (und besonders gegenüber Sexarbeiterinnen) und Raufereien im Gefängnis.

  1. Lockere Geschäfte (Risky Business – 1983)

Ach, Risky Business. Der Film, der Tom Cruise aus wer weiß welchem Grund zu seinem Durchbruch in Hollywood verhalf und der Jungs in ganz Amerika dazu inspirierte in ihren Unterhosen zu Old Time Rock ‘n’ Roll abzutanzen. Ich verstehe nicht, warum der Film so geliebt wird, für mich ist er komisch verzwickt, ziemlich unangenehm und die zahlreichen Sexszenen mit kitschiger Pornomusik holen mich auch nicht wirklich ab.

Ich verstehe schon, dass Lana, die Sexarbeiterin die von der Hauptfigur, Joel, angeheuert wird, damit er seine Jungfräulichkeit verlieren und zum Mann werden kann oder was auch immer, eine Metapher für kapitalistische Gier sein soll, aber… ich weiß nicht. Der ganze Film erzählt davon wie Joel damit klarkommt, dass er erwachsen wird, indem er das Haus seiner Eltern für eine Nacht in ein Bordell verwandelt, und bei der Sache bin ich mir auch nicht so sicher. Außerdem kommt in dem Film eine POC Transgender Sexarbeiterin als Pointe vor, im Sinne von ‘hurr durr ich wollte ‘ne Puppe flachlegen und dann stand da ein großer schwarzer Mann im Kleid vor der Tür” und so eine Scheiße gefällt mir gar nicht. Das war damals schon nicht lustig und heute besonders nicht. Aber im Großen und Ganzen hat es sich wohl ausgezahlt?

Urteil: Dieser Film ist mehr unangenehm, als das er komisch oder beleidigend ist und ich werde ihn definitiv nicht nochmal anschauen, wenn ich es verhindern kann.

  1. Der richtige Dreh (All the Right Moves – 1983)

Hier eine überraschend gute Übersetzung und ein überraschend guter Film. Er erzählt die Geschichte von Stef, einem Football-Star in einer kleinen Highschool, in einer kleinen Stadt in West Pennsylvania, und wie er sich bemüht ein Stipendium zu kriegen, um aufs College zu gehen. Alle guten Elemente einer netten Highschool, Coming-of-Age-Geschichte sind hier vorhanden: Letterman-Jacken, anstrengende Trainer, gegelte Haare, ein Arsch zur eigenen Freundin sein und lange Football-Szenen die ich weder verstehe noch interessant finde.

Aber jetzt ganz im Ernst, ich denke was bei diesem Film ziemlich gut geklappt hat ist wie der zentrale Konflikt, wie man aus einer Kleinstadt rauskommt, aufgebaut wurde, mit entsprechenden Stakes und Ausführung. Ich denke man hat wirklich klar gemerkt was die Protagonisten wollten und warum, und dazu gab es noch zwei Lösungen für das Problem. Ziemlich cool.

Urteil: Zwar ist dieser Film nicht perfekt oder ein Must-See, aber die Geschichte wird gut erzählt, und wenn man Kleinstadt-Football mag, warum nicht.

  1. Legende (Legend – 1985)

Ich sage nur Thunder Thighs, weil es das einzig Positive ist, was ich über diesen Film sagen kann. Und dabei meine ich die von Tom Cruise natürlich, denn er trägt in diesem Film ein sehr kurzes, quastiges Graskleid oder so, also kann man ganz gut sehen, wie viele Kniebeugen er so im Leben gemacht hat.

Ich würde gerne erzählen, worum es in diesem Film geht, aber ich habe nicht den blassesten Schimmer. Es ist ein Mischmasch aus allen Märchenstereotypen und -clichés, zu irgendeinen sinnlosen Plot zusammengeworfen, der nur so viel geschafft hat mich wütend zu machen. Tom Cruise spielt Jack den Waldläufer, ein reines Wesen, was auch immer das bedeuten soll, es gibt eine Prinzessin, einen Elf, der von einem besessenen jungen Schweizer gespielt und in der englischen Version von jemand anderem gedubbt wird, einen Überfluss an magischen Wesen wie Einhörner und Goblins, endlose Sequenzen mit Wäldern und Kerkern, und das Kronjuwel der ganzen Geschichte, den Herren der Finsternis, gespielt von Tim Curry. Ich verstehe schon, dass das Kostüm des roten Teufels mit den großen Hörnern und die Musik, die in jeder Version des Film anscheinend anders war, bahnbrechend gewesen sein sollen, und es handelt sich um einen Film von Ridley Scott und so, aber für mich war es nur ein unverständliches Durcheinander, was alles schöne an Märchen hohl und dumm machte.

Urteil: Ich würde diesen Film nicht nochmal sehen, selbst wenn mich jemand dafür bezahlen würde.

  1. Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel (Top Gun – 1986)

Nun, die Pièce de résistance aus Tom Cruises Schauspielkarriere – Top Gun. Zu sagen, dass ich diesen Film liebe, wäre noch untertrieben.

Der deutsche Titel ist allerdings ein bisschen übertrieben, aber na gut.

Der Film erzählt die Geschichte des Marinefliegers Maverick und seinen draufgängerischen Co-Kadetten der Top Gun-Akademie, einer militärischen Pilotenschule. Sie alle wollen der beste Pilot werden, was bedeutet, dass sie sowohl in der Luft, als auch auf dem Boden ständig miteinander kämpfen und zanken. Der Hauptheld Maverick, wie sein Rufname schon andeutet, spielt immer nach seinen eigenen Regeln, und sei es die Fluglehrerin zu vögeln oder bei Flugmanövern aus der Reihe zu tanzen (bzw. zu fliegen).

Dieser Film hat alles, was man sich von einem Militär-Actionfilm nur wünschen kann: coole Rufnamen, tolle Kampfszenen, flotte Uniformen und kultige Fliegersonnenbrillen, endlose geile Sprüche, einen exzellenten Soundtrack mit dem Superhit Danger Zone, ganz viel rot-weiß-blauen Patriotismus, einen ziemlich simplen, aber dennoch entsprechend dramatischen Plot, ganz viele Kumpels und Brudis und Frauen-in-Bars-ansingen. Man macht sich viel über diesen Film lustig, und das ist auch gerechtfertigt, aber zugleich ist er auch einfach ein Klassiker des amerikanischen Filmes aus den 80ern.

Vor allem wird sich über die Schwulheit des Filmes lustig gemacht und hierbei kann ich auch nicht widersprechen. Ich weiß nicht wie und warum die Filmemacher sich entschieden haben diesen Film so schwul zu machen, aber egal was man betrachtet: die frechen Sticheleien, das sexuelle-sich-anbeißen oder das schwulste halbnackte Volleyballspiel, dass es je im Film gab – es ist urkomisch, das alles aus heutiger Sicht zu betrachten und urkomisch daran zu denken, dass sie es damals einfach nicht gemerkt haben oder es ihnen egal war.

Trotz der vielleicht ungewollten Schwulheit und den grenzwertig propagandistischen Untertönen ist dies ein sehr gut gemachter Film mit einer klaren Struktur und gut gestalteten Figuren, und es macht Spaß ihn immer und immer wieder anzuschauen. Ich weiß, dass nicht jeder ein Fan von Action oder Armeezeug ist, aber dieser Film ist trotzdem ziemlich gut.

Spoiler: Als ich diesen Film das erste Mal vor vielen Jahren gesehen habe war ich zutiefst bestürzt davon was mit Goose passiert ist. Figuren in großen Filmen sterben mittlerweile nicht mehr, oder sie werden wiederbelebt, sodass der Tod oft keine große Wirkung mehr hat. Aber mit Goose, als man plötzlich diesen süßen Charakter verlor, das tat schon weh. Was, ganz am Rande, den Film nur viel besser macht, dass sie den Mut hatten die Geschichte so zu gestalten. Egal wie weh es tut.

Urteil: Ich empfehle diesen Film nicht nur – ich flehe jeden an ihn mindestens einmal zu sehen.

  1. Die Farbe des Geldes (The Color of Money – 1986)

Obwohl der Titel wortwörtlich übersetzt wurde, klingt er auf Deutsch irgendwie nicht so ikonisch wie im Original, finde ich. Aber was soll’s. 

Pool und Abzocken, nicht unbedingt zwei Dinge, die mich begeistern. Die Geschichte erzählt von Eddie, einem Pool-Abzocker, der einen neuen Schützling findet, Vince, um ihn mit dem ganzen Geschäft vertraut zu machen und ein bisschen Geld zu verdienen, nur um wiederum später von ihm, seinem eigenen Schüler, abgezockt zu werden. Das ist die Art von Film wo ich später die Wikipedia-Seite durchlesen musste, weil ich überhaupt nicht gerafft habe worum es ging. Vielleicht sagt das mehr über mich aus als den Film, aber persönlich fand ich es schwierig dem ganzen 9-Ball-Kauderwelsch zu folgen und, was viel wichtiger ist, zu verstehen was auf dem Spiel steht.

Der Film sieht aber dafür ziemlich gut aus, schließlich reden wir hier von einem klassischen Scorsese. Ich mag die Charakterisierung von Eddie, gespielt von Paul Newman, als alten Gentleman-Gauner, immer im Anzug, und die von Vince, dem jungen Teufelskerl mit einer albernen Schmalzlocke und einem verschmitzten Grinsen, welches sein Gesicht nie verlässt. Im Film gibt es auch ein paar richtig coole Szenen, zum Beispiel als Vince zeigt, was er bei Pool so drauf hat, während im Hintergrund Werewolves of London läuft und er ein T-Shirt mit seinem eigenen Namen trägt, als ob er sich nicht daran erinnern könnte.

Urteil: Ein Klassiker, nicht mein Ding, aber kann man sich schon reinziehen.

  1. Cocktail (1988)

Auf den ersten Blick kann einem dieser Film als kitschige, formelhafte romantische Komödie erscheinen, aber so wirklich bin ich überrascht, dass er so schlecht von Kritikern aufgenommen wurde. Ich meine, jeder kann ein bisschen Kitsch vertragen und formelhaft heißt ja nicht gleich schlecht zu sein – ganz im Gegenteil in diesem Fall. Die Geschichte folgt dem jungen Brian Flanagan, frisch aus der Armee, der sich auf nach New York macht, um ganz großes Geld zu verdienen. Er bekommt einen Job als Kellner, um sein Business-Studium zu finanzieren, und merkt unterwegs, dass Geschäftsführer sein vielleicht anders aussehen kann, als er dachte. Es ist eine süße, lustige, charmante Geschichte, mit coolem Showmixen und einem eingängigen Soundtrack, inklusive Kokomo von den Beach Boys.

Es geht nicht nur ein bisschen ums Coming-of-Age, oder noch eine Mentor-Schützling Beziehung, hier zwischen dem erfahrenen Barkeeper Doug Coughlin und dem jungen Flanagan, sondern auch um eine sehr erfolgreiche Interpretation des guten, alten amerikanischen Traumes. Der Film ist nicht unbedingt bahnbrechend oder super kompliziert, aber nicht jeder Film muss so sein – und wenn ich mir etwas aussuchen würde, um an einem faulen Sonntag Nachmittag etwas entspanntes und lustiges zu gucken, würde ich diesen Film wählen. Eigentlich ist es Dirty Dancing, nur statt Frauen werden Drinks in die Lüfte gehoben. Ganz abgesehen davon sehen alle einfach herrlich aus, so typisch 80er, mit ihren weißen Hosen und albernen, bauschigen Hemden. Was für eine Zeitkapsel!

Urteil: Es lohnt sich definitiv diesen Film zu schauen, nur wenn ich daran denke fühle ich mich schon, als ob ich auf einer Strandliege mit einem Tequila Sunrise in der Hand chillen würde.

  1. Rain Man (1988)

Noch ein Klassiker, und noch einer den ich nicht wirklich verstanden habe. In der Geschichte geht es um zwei Brüder, Charlie und Raymond, die voneinander erfahren als ihr Vater stirbt und er Charlie – einem Abzocker-Autohändler – fast nichts hinterlässt und Raymond – einem autistischen Savant, der in einer Psychiatrie lebt – fast alles.

Cruise spielt Charlie, ein komplettes Arschloch mit genau null positiven Eigenschaften oder sogar Momenten für die Mehrheit des Films, was wohl keine wirklich Voraussetzung für eine gute Geschichte ist, aber es nicht gerade leichter macht sich in diese zu versetzen. Er ist ein überzeugendes Arschloch, so viel kann ich sagen, aber es war weder spaßig noch spannend zu sehen wie er sich bemüht oder erfolgreich ist. Raymond, gespielt von Dustin Hoffmann, wurde sehr überzeugend gezeigt und ich glaube diese Darstellung ist beim Publikum sehr gut angekommen, was anerkennenswert ist. Ich fand den emotionalen Twist überraschend und gut gemacht, sehr Hodor-esk, obwohl ich generell fand dass der Film zu lang und ziemlich schlecht war, wenn ich ehrlich bin. Einer dieser ‘ich verstehe nicht warum das ein Klassiker ist’-Filme.

Urteil: Ich würde diesen Film nicht empfehlen, aber es ist einer den man wohl mal gesehen haben muss; keine Ahnung.

  1. Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July – 1989)

Ein ziemlich langer Film, aber das ist nicht überraschend, da die Hauptfigur, die auf einer echten Person basiert, na ja, der hat einiges erlebt. Die Geschichte folgt Ron Kovic der, wenn es jemanden gibt der das Ideal des amerikanischen Helden der 60er verkörpert hat, dann war er es. Sportler in der Schule, Marine, Christ, Haus mit weißem Lattenzaun, das volle Programm – dazu kommt, buchstäblich geboren am 4. Juli (Independence Day). Man kann es also nachvollziehen, dass er in den Krieg in Vietnam mitzieht, gefesselt von der Idee dem eigenen Land zu dienen und ‘den Kommunismus zu bekämpfen’. Allerdings erlebt er unerwartete Grausamkeiten, wird schwer verletzt und ist dann schnell vom Krieg, dem Korps, seinen Idealen, Gott, um es kurz zu fassen, der Welt, enttäuscht. Er leidet unter PTBS, Schuld und Einsamkeit, und später Depressionen und Alkoholismus.

Dieser Film ist absolut herzzerreißend und ich glaube nicht, dass ich ihn nochmal sehen möchte, aber nicht weil es ein schlechter Film ist, sondern ganz im Gegenteil. Cruise verschwindet komplett in dieser Rolle, nicht nur weil er selbstverständlich entsprechend umgestylt wurde, um wie Kovic auszusehen, besonders in seinen späteren Jahren, aber auch weil diese Figur komplett anders als die Draufgänger ist, die er davor gespielt hat. Er hat es geschafft ein ergreifendes Porträt eines Menschen darzustellen, der vollkommen von seiner Realität vernichtet wird, und es ist fast zu überzeugend, um es auszuhalten. Es hat wahrscheinlich viel geholfen, dass der echte Kovic die meiste Zeit auf dem Set war und das Drehbuch mitgeschrieben hat, aber auch dass Oliver Stone entschlossen war Geschichten über den Vietnamkrieg zu erzählen und, natürlich, Cruises unglaubliche Performance.

Urteil: Empfehle ich zu schauen, aber man muss sich darauf gefasst machen die Staaten danach (noch mehr) zu verachten.

  1. Tage des Donners (Days of Thunder – 1990)

Wieder eine Sportart die mich überhaupt nicht interessiert und über die ich nichts weiß, aber los geht’s. Diesmal folgen wir Cole Trickle, einem Rennfahrer, der anscheinend von einer Art Rennen auf eine andere umsteigt und von seinem Teamchef Harry Hogge unterstützt wird NASCAR zu fahren. Eine Liebesinteresse gibt’s auch, in der Form von Neurochirurgin Claire Lewicki, und einen Rivalen – Rowdy Burns. Ein einfaches Set-up, ein einfacher Plot, eigentlich, obwohl ich das meiste nicht gerafft habe und später nachlesen musste, wegen all dem Kauderwelsch. Aber das ist in Ordnung, dieser Film ist nicht für mich. Angeblich ist es der beste Rennfahrerfilm der Geschichte und ich kann das sogar glauben.

Nur enthält er viel zu viel sexuelles Missverhalten, z.B. wenn Cole eine Sexarbeiterin als Belohnung für ein gewonnenes Rennen bekommt. Ich beschreibe mal die Situation: er hat das Rennen gewonnen, er und sein Team fahren zu ihrem nächsten Haltepunkt in ihrem großen Tourbus (wer wusste dass NASCAR-Fahrer solche haben), werden angeblich von der Highway-Patrouille aufgehalten, aber es stellt sich heraus, dass es nur ‘ein hübsches Mädchen in einem Kostüm’ ist. Sie grabscht ihn an und alle freuen sich im Hintergrund, und nicht, dass mich jemand falsch versteht, wenn man für jemanden eine Sexarbeiterin bezahlen möchte, kein Problem, aber nicht so – ihm war es deutlich unangenehm, als sie ihn abgetastet und seine Hose aufgemacht hat, und sexueller Missbrauch gegenüber Männern ist schon eine ausreichend problematische Sache, da muss man nicht solche sinnlosen Szenen wie diese hinzufügen. Ganz zu schweigen davon, dass dieser kleine Trick bewirkt, dass Cole denkt, dass die Neurochirurgin, die ihn nach einem Unfall betreut – mit der er, ganz am Rande, später eine Beziehung anfängt – auch eine Sexarbeiterin ist, die seine Freunde angeheuert haben, was dazu führt, dass er sie belästigt. Ich weiß, dass das nicht der Hauptteil des Films ist, aber trotzdem, es hat mich rasend gemacht, es war extrem unangenehm diese Szenen anzuschauen und es widert mich an, dass solche Situationen als Scherze aufgezogen werden. Nicht in Ordnung.

Urteil: Kann man wahrscheinlich schauen wenn man Rennen mag, für mich ist es nichts.

  1. In einem fernen Land (Far and Away – 1992)

Ich liebe ja schon Historienfilme und dieser war… interessant. Da ist dieser junge, arme, irische Farmer Joseph Donnelly, der in den 1890ern mit seinen Brüdern und seinem Vater auf einem Bauernhof lebt. Der Vater stirbt und der Bauernhof wird von Hotchner aus Criminal Minds niedergebrannt, was Joseph dazu bewegt sich an seinem Grundherren Daniel Christie, der aussieht wie Zidler von Moulin Rouge!, zu rächen, da er eigentlich für alles verantwortlich ist. Hotchner und Zidler sind dadurch verbunden, dass Hotchner Zidler’s Tochter, Shannon, anverlobt ist. Joseph findet sich auf Zidler’s Hof wieder, als er versucht seinen Racheplan durchzuführen und ist von Shannon ziemlich bezaubert. Sie rettet ihn vor einem Pistolenduell während ihrer Flucht nach Amerika, um ein Stück Land für sich zu holen, da man dort Land anscheinend einfach so kriegt. Joseph kommt also mit und die beiden gehen in Boston an Land. Dort werden sie von irischen Immigranten in einem Bordell beherbergt, wo Joseph anfängt an Bare-Knuckle-Kämpfen teilzunehmen, um einen Lebensunterhalt zu verdienen (was für viele lange Bare-Knuckle-Kampf Sequenzen im Film sorgt). Ach, und dann schaffen sie’s nach Oklahoma irgendwann, es gibt viel Drama und eine sehr lange Szene des Land-Wettlaufes 1893, und dann sind die 2.5 Stunden auch schon um.

Ich glaube ich mag diesen Film. Mir gefallen die Kostüme, Charakterisierungen und der Vibe des Ganzen, die Farben und die Geschichte selbst, es ist so eine ‘sich selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen’-Sache. Viele haben Tom Cruise für seinen irischen Akzent in diesem Film kritisiert, wobei ich sagen muss, dass er für mich persönlich gar nicht mal so schlimm war. Natürlich ist er nicht perfekt, aber wenn Ron Howard eine authentische Erfahrung übermitteln wollte, dann hätte er einfach einen irischen Schauspieler anheuern, oder zumindest dem, den er hatte, mehr Akzenttraining anbieten sollen. Wie dem auch sei, der Film ist so auch ziemlich in Ordnung, die einzigen Dinge, die ich nicht mochte waren die langwierigen Kampf- und Land-Wettlauf-Szenen und die Tatsache, dass irgendjemand dachte man könne ein Pferd zur Unterwerfung zwingen, indem man ihm eins auf die Nüstern verpasst. Die Tiermisshandlung und der schlechte Reitstil die in diesem Film dargestellt wurden sind eigentlich schlimmer für mich als die Akzente, aber nun ja, das bin halt ich.

Urteil: Wenn man Historienfilme mag, dann kann man auch diesen Film mögen.

  1. Eine Frage der Ehre (A Few Good Men – 1992)

Ich habe schon mit französischen Wörtern um mich geworfen, und hier ist das nächste: chef-d’œuvre, Meisterwerk, weil das beschreibt diesen Film zu hundert Prozent.

Er erzählt die Geschichte von einer Verhandlung im Kriegsgericht zweier Marines, die wegen dem Mord an einem weiteren Marine angeklagt wurden. Es gibt Drama und Konflikte, Oberste und Leutnanten, unglaubliche Twists und atemberaubende Performances. Das ganze basiert auf einem Theaterstück und ich finde man merkt’s, so wie die Drehorte sich wiederholen und wie die Geschichte sich entwickelt, aber in diesem Fall hat es den Film nur besser gemacht.

In der Mitte der Geschichte ist Dan Kaffee, ein wenig begeisterter Spitzenanwalt mit Vaterkomplexen, gespielt von Tom Cruise; dazu kommt Commander Galloway, eine tatkräftige idealistische Anwältin, gespielt von Demi Moore; und Sam Weinberg, ein missmutiger und pessimistischer Anwalt, der auch zum Team gehört, gespielt von Kevin Pollack. Die drei Figuren spiegeln hervorragend die verschiedenen Ansichten wieder, die der Film über den Fall anbietet.

Auf der anderen Seite ist Colonel Jessup, ein ausgesprochen übler Mistkerl, gespielt von Jack Nicholson; seine rechte Hand, Lieutenant-Arschloch Jon Kendrick, gespielt von Kiefer Sutherland; und Captain Jack Ross von der Staatsanwaltschaft, der daran glaubt als Anwalt ohne Leidenschaft oder Vorurteile vorzugehen, gespielt von Kevin Bacon. Die Einzigen, die noch fehlen, sind die zwei Angeklagten, Lance Corporal Dawson und Private Downey, gespielt von Wolfgang Bodison und James Marshall.

Die Geschichte folgt der Gerichtsverhandlung und der verbundenen Ermittlung des Mordes an Private Santiago und die Art, wie sich der Fall Stück um Stück enträtselt, während wir, das Publikum, als auch das Verteidigerteam, neue Informationen erhalten, ist einfach atemberaubend. Nichts passiert zu früh oder zu spät, alles ist perfekt zeitlich abgestimmt, es gibt keinen langsamen Moment in der Geschichte und um es noch besser zu machen ist jede Performance und jede Casting-Entscheidung einfach ausgezeichnet. Ich mag besonders die Verwandlung von Kaffee, wie er aus einem gefühllosen Tausendsassa zu jemandem wird, der sich voll und ganz für die Sache einsetzt. All die kleinen Dinge, die er tut, die Gestik und Bewegungen, Reaktionen und Fragen, wie er sich mehr und mehr in die Ermittlung reinsteigert.

Es gibt so viele großartige Momente und Sprüche und Situationen in diesem Film, dazu tragen alle makellose Kostüme, was alles in allem ein wahres Meisterwerk daraus macht. Dies ist einer der wenigen Filme bei denen ich wünschte, ich könnte sie nochmal das erste Mal sehen, weil obwohl es bei der 50igsten Wiederholung immer noch spannend ist, werde ich bei dieser Geschichte nie mehr dasselbe, erste Staunen erleben. Und wie sehr ich es doch wöllte. Auf den ersten Blick erscheint dieser Film wie ein normales Gerichtsdrama, aber all die vorhandenen Zutaten, die Starbesetzung, das wunderbare Drehbuch, die herausragenden Performances, sie alle führen dazu, dass dieser Film etwas wirklich Einzigartiges ist. Er ist einfach nur zauberhaft.

Urteil: Falls man nur einen Film von dieser Liste sehen will, dann sollte es dieser sein. Ich kann diesen Film nicht genug empfehlen. Das ist definitiv mein Lieblingsfilm von Tom Cruise, wenn nicht sogar einer meiner Lieblingsfilme überhaupt.

  1. Die Firma (The Firm – 1993)

Das hier ist eine Verfilmung eines John Grisham-Romans mit demselben Titel und ist genau das, was man erwartet: ein sich langsam entwickelndes Justizdrama mit genau der richtigen Menge an Spannung und Terror. Er wurde auch sehr interessant gefilmt und gut gespielt, also kann ich mich darüber nicht beschweren. Wir folgen Mitch McDeere, der sein Harvard-Jurastudium als Klassenbester absolviert und das Angebot einer Firma – Der Firma – annimmt, welches der Inbegriff von etwas ist, was zu gut ist, um wahr zu sein. Seine Frau, Abby, merkt sofort, dass da etwas faul ist, und er hätte auf sie hören sollen; aber hat er nicht, also werden wir als Zuschauer mit ihm in eine Spirale von immer komplizierteren und schrecklichen Ereignissen gezogen und treffen auf bedrohliche Gestalten und habgierige Verräter. Am Ende des Tages ist die Intrige recht simpel, aber es braucht eine Weile, bis die Situation klar ist und eine Lösung sich anbietet.

Ich war von diesem Film eingenommen, weil er einen komplett anderen Stil hatte, und Tom Cruise es mal wieder schaffte in der Rolle zu verschwinden, obwohl er sehr wie er selbst aussah. Er hat eine Art dramatische Figuren zu spielen, die es mir erlaubt über den Action-Helden der er jetzt ist, und jegliche andere seiner Facetten hinweg zu sehen und ich muss sagen – ich bin beeindruckt. Zu der Zeit war er auch schon 31, aber er sah überhaupt nicht danach aus. Dazu gab ihm dieser Film auch die Möglichkeit seine sportliche Seite zu zeigen, da er einige Rückwärtssaltos hinlegte und etliche Minuten an einer Stange hing.

Urteil: Jeder der Justizdramen mit viel Spannung mag wird diesen Film mögen, und ich tat es auch.

  1. Interview mit einem Vampir (Interview with the Vampire – 1994)

Interview zeigt genau, wie man sich für LGBT+ Rechte einsetzt – selbst zwei schwule Väter können manipulativ und gestört sein! Der Film erzählt die Geschichte des Vampirs Lestat, gespielt von Cruise, der einen reichen Plantagenbesitzer, Louis, der keine Lust aufs Leben mehr hat, gespielt von Brad Pitt, auch in einen Vampir verwandelt. Die beiden bleiben zusammen und entwickeln eine Art Beziehung, was Louis nicht unbedingt glücklich stimmt, da er nicht so reuelos morden will wie Lestat es tut. Um ihre Beziehung zu retten verwandelt Lestat auch ein kleines Mädchen, was sie quasi zu ihrer Tochter macht (denn wie jeder weiß hilft nichts einer zerfallenden Ehe mehr als ein gemeinsames Kind). Der Rest des Films zeigt wie Louis mit seinem Vampirismus und dessen unsterblicher Grausamkeit zurecht kommt, und das alles ist verflochten mit Szenen aus dem modernen San Francisco, wo Louis die ganze Geschichte einem Journalisten erzählt, daher auch der Titel des Films.

Das hier ist eine interessante Geschichte, bestimmt nicht so blutig oder gruselig wie man es von der Einordnung als ‘Gothic Horrorfilm’ erwarten könnte. Der Film kann sich immer noch in Vielerlei Hinsicht behaupten, überraschenderweise sogar die Special Effects (ich sag nur Animatronik-Tom Cruise, aber man merkt es nicht, wenn man es nicht vorher weiß), aber manche Szenen sind einfach so lächerlich, dass ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte. Besonders am Anfang, wenn Lestat das erste Mal auftaucht, unerklärlicherweise levitiert und mit kitschigen Sprüchen um sich wirft. Sonst werden die Vampire ziemlich gut dargestellt, Lestat als blutrünstiger, gnadenloser Killer, mit einem arroganten Lachen und endlosem Sarkasmus, Louis als trauriger, desillusionierter, traumatisierter Protagonist, und Claudia, das kleine Mädchen, als rücksichtsloser Nachwuchsmörder, für immer gefangen im Körper eines Kindes. Manche Szenen sind sehr lang und funktionieren ziemlich gut, wie zum Beispiel wenn Lestat und Louis zwei Frauen verführen und sich darüber streiten, wer sie umbringen soll, und manche funktionieren nicht, wie die Théâtre des Vampires-Szene, wo Pariser Vampire eine Vampirshow für Menschen vorstellen, um ihren Vampirismus zu vertuschen, eine Szene die einfach… sehr, sehr lang ist. Im Großen und Ganzen jedoch war alles ganz okay und was mich am meisten geschockt hat war wie viel Twilight eigentlich von diesem Film übernommen, oder ehrlich gesagt kopiert, hat, was ich vorher nicht wusste. Ganz abgesehen davon gibt es wohl keinen anderen Film der schwuler wäre ohne etwas Eindeutiges zu zeigen – außer Top Gun natürlich.

Urteil: Ein cooler Horror-Kostümfilm ohne viel Grusel oder Blut – ich empfehl’s!

  1. Mission: Impossible (1996)

Was für ein Kultfilm und für mich der Start dieser ganzen Geschichte. Im ersten Teil des M:I Film-Reboots lernen wir Ethan Hunt kennen, den dreisten Superstar-Spion, und wir begleiten ihn zum ersten Mal bei einer Mission, die alle Dinge einführt, die das Mission: Impossible-Universum ausmachen: perfekte Gummimasken, das Abstreiten jeglicher Kenntnisse des Handelns, ‘Falls Sie annehmen, ist Ihre Mission’, coole Action-Sequenzen und ganz viel Gerenne. Der McGuffin, um den sich diese Geschichte dreht, ist die NOC-Liste, eine Liste von Undercoveragenten die in die Öffentlichkeit gelangt ist. Mehrere Umstände führen dazu, dass Ethan die Liste erst stehlen, dann wiederfinden muss, was mit einigen Stunt-Sequenzen untermalt wird. Viele davon sind cool, andere sind einfach für heutige Verhältnisse lächerlich. Es gibt ganz viel Unfug und Drama und für mich ist es der perfekte erste Teil dieser wundervollen Filmserie.

Natürlich ist M:I 1 bei weitem nicht das, zu was sich die Serie in den späteren Teilen entwickelt hat, aber trotzdem, es hat einen ganz eigenen, speziellen Charme. Es gibt noch nicht so viel Action wie in den Fortsetzungen, aber trotzdem gibt es etliche Szenen die man gerne an- und wieder schaut. Die Szene in dem Prager Café mit Kittridge, zum Beispiel, mit dem verblüffenden Wassertank-Stunt. Oder, selbstverständlich, der Raub in Langley, mit dem kultigen weißen Raum und Cruise, der an ein paar Kabeln von der Decke hängt. Und, zum Schluss, mein persönlicher Favorit, die Szene mit dem Kartentrick, wo Hunt sich durch einen Streit blufft. Einfach magisch. Mir gefällt auch der Regiestil in diesem Film sehr, mit den dramatischen, schiefen Winkeln und Zooms, und der allgemeinen aufregenden Stimmung.

Urteil: Es gibt vielleicht bessere Spionagefilme als diesen, aber bestimmt keine bessere Spionage-Franchise – und genau dieser Teil davon ist voller Nostalgie und Charme, also kann ich ihn nur empfehlen.

  1. Jerry Maguire – Spiel des Lebens (Jerry Maguire – 1996)

Zuerst mochte ich diesen Film überhaupt nicht, aber dann ist er mir doch irgendwie ans Herz gewachsen. Wieder ein Sportfilm, diesmal spielt Cruise jedoch einen Sportagenten und dazu noch einen ziemlich aalglatten. Es geht allerdings nicht nur um Sport, denn der Film ist auch eine Liebeskomödie, aber auch ein Drama und mehr als um all das geht es um die persönliche Reise der Hauptfigur vom Kanonensportagenten/Arschloch zum Familienmenschen, anscheinend. Jerry Maguire, denn so heißt er, erlebt eine Erleuchtung, als man ihm Schuldgefühle dafür macht, dass einer seiner Kunden im Krankenhaus landet. Er denkt sich, dass seine Firma weniger Kunden für weniger Geld betreuen sollte, was erwartungsgemäß dazu führt, dass er gefeuert wird. Viele dramatische Wendungen warten auf ihn während er versucht auf eigenen Füßen zu stehen, und dazu kommt noch dass er ein Mädel, Dorothy, und ihren Sohn mit sich zieht (der von Jonathan Lipnicki gespielt wird, also dem Kind von Stuart Little, also dem perfektesten Filmkind aus den 90ern), als auch die einzige andere Person die ihn unterstützt, seinen Kunden Rod Tidwell, einer sehr lustigen Figur von Cuba Gooding Jr..

Dieser Film hat schon einen gewissen Kultstatus soweit ich weiß, und ist aus irgendeinem Grund erst ab 17 freigegeben, was ich nicht so richtig verstehe. Klar, es kommt schon was semi-nicht jugendfreies vor und mal flucht wer, aber trotzdem, meine Güte. Im Vergleich dazu was heutzutage schon ab 13 freigegeben ist, ist das da wirklich schon unschuldig. Viel mehr aber geht es bei dem Film darum, dass er so viele geile Sprüche hervorgebracht hat, ‘Show me the money’ und so (‘Führ mich zum Schotter’ auf Deutsch – ich weiß, dass ich auf diesen deutschen Übersetzungen ständig rumhacke, ich bin ja selbst Übersetzer und ich weiß wie komplex das ist, aber hier musste ich einfach lachen). Irgendwie verstehe ich ja warum dieser Film so beliebt war, er hat richtig zu seiner Zeit gepasst und am Ende des Tages ist es ja auch kein schlechter Film. Ich weiß nicht, ob er heute noch gut ankommen würde, bei denjenigen, die den Überschwang und Kitsch der damaligen Filme nicht kennen, aber trotzdem war das keine so schlechte Filmkunst.

Urteil: Ich würds empfehlen, aber ohne übermäßige Erwartungen.

  1. Eyes Wide Shut (1999)

Was künstlerische Filme betrifft konnte ich diesen sogar aushalten, obwohl er endlos langsam und lang war, da jede Reaktion einen sekundenlangen Gegenschuss verlangte und oft längere Kamerafahrten zum Einsatz kamen, schon ganz zu schweigen davon, dass bei fast jedem Gespräch alle Teilnehmer sich ruhig Zeit ließen, um auf den verdammten Punkt zu kommen. Die Geschichte folgt Dr. Hartford als er sich auf eine nächtliche Eskapade begibt, nachdem es ihn aus heiterem Himmel trifft, dass selbst Frauen, selbst verheiratete Frauen, ja sogar seine eigene Frau, tatsächlich Sexualtriebe haben, die über die kirchlich anerkannte Zucht, auf die sie jahrzehntelang reduziert wurden, hinausgehen. Was soviel heißt, dass die Frau des Doktoren ihm nach einer gemeinsamen Party und ein wenig Kiffen erzählt, dass sie mal Fantasien hatte, ihn mit einem Marineoffizier zu betrügen, was den armen Doktor total ins Schleudern bringt. Daraufhin läuft er nachts durch die Stadt, um Prostituierte anzuheuern und extravagante Sexparties zu stürmen.

Ich kann nachvollziehen, dass man bei diesem Film viele verschiedene Themen aufgreifen kann, über verschiedene Arten von weiblicher Sexualität, über soziale Schichten und Normen und wie man sie brechen kann; über den Titel selbst, wie wir oft entscheiden bei schwierigen Situationen wegzusehen, indem wir unsere Augen ‘weit geschlossen’ halten; aber als Filmerlebnis hat es mich nicht wirklich gepackt. Die Musik hat hier die meiste Arbeit geleistet, voll gruselig und unheimlich, was richtig gut war. Mir hat gefallen wie die Inszenierungen gestaltet wurden, die Parties, die Stadt bei Nacht, die Art, wie mit dem Licht gespielt wurde, und so weiter. Ich habe gelesen, dass dies kein klassischer Kubrick-Film ist in Bezug darauf wie er gefilmt wurde und wie er aussieht, aber das kann ich schwer beurteilen. So wirklich kann das niemand, denn leider ist der Regisseur wenige Tage nach der Fertigstellung des letzten Cuts verstorben; dieser wurde dann noch auf irgendeine Weise vor der Veröffentlichung verändert.

Urteil: Muss ich nicht nochmal sehen, aber er war wohl nicht ohne Grund aus kinematografischer Sicht wichtig.

  1. Magnolia (1999)

1999 gab es noch einen anderen superlangen Film mit Tom Cruise, diesmal ein Ensemblefilm. Bei solchen ist es immer schwierig konkret zu sagen was die eigentliche Geschichte ist, also die übergreifende Story zumindest, denn es gibt ja so viele verschiedene ineinandergreifende Handlungsstränge. Sie sind alle irgendwie verbunden, aber um wirklich zu verstehen was abgeht muss man jeden einzeln verstehen. Trotzdem, ich werde mein Bestes geben. Das übergreifende Motiv dieses Films ist Zufall und Vergebung, oder wenigstens die Suche nach Vergebung, und es gibt einen unfähigen Bullen, der sich in eine drogenabhängige Verdächtige verliebt; einen Gameshow-Moderator, der eine unerwartet dunkle Vergangenheit hat, sich besäuft und sein Leben hasst; eine Trophäenfrau eines älteren Kerls, die erst wenn er im Sterben liegt versteht, dass sie ihn liebt; der Pfleger, der auf den Alten aufpasst und versucht mit dessen Sohn in Kontakt zu treten; besagter Sohn, ein Redpiller, Aufreiß-Künstler, frauenfeindlicher Schleimer mit Vaterkomplexen; ein Kind, dass an der vorerwähnten Gameshow teilnimmt und auf dem viel zu viel Druck lastet, sich ständig auszeichnen zu müssen; solche Dinge eben.

Für mich waren die stärksten Performances die von John C. Reilly als der unfähige Bulle, Philip Seymour Hoffman als der gutherzige Pfleger und naja, Cruise, als absolut bekloppter, ekliger Pick Up-Guru, den er erstaunlich gekonnt gespielt hat. Die Leistungen generell waren ziemlich gut und auch der Leitfaden war gut gestaltet, aber der Film war trotzdem einfach irgendwie nur deprimierend. Es gab keinen Teil des Ensembles auf den ich mich gefreut hätte und die Musik erschien mir teilweise unpassend heiter. Es gab unzählige herzzerreißende Drehungen und Wendungen und ja, das Leben ist kein Ponyhof, aber meine Güte, ich glaub ich muss mir das nicht noch auf diese Weise geben.

Spoiler: Ich fand den Film okay, obwohl er meiner Meinung nach viel zu lang war, aber dann sind plötzlich zum Schluss Frösche vom Himmel gefallen und für mich war’s dann vorbei. Heilige Scheiße, war das bescheuert. Es war richtig gut gefilmt und gespielt, alle Reaktionen und der langsame Aufbau der Spannung zu diesem plötzlichen Irrsinn, aber gottverdammt. Ein sehr komisches und unbefriedigendes Ende.

Urteil: Nicht mein Ding, obwohl ich Ensemble-Erzählungen eigentlich ziemlich mag.

  1. Mission: Impossible 2 (2000)

Viele haben den zweiten Teil dieser Franchise anscheinend wegen dessen auffälliger “John-Woo-haftigkeit” nicht gemocht, aber mir hat er eigentlich gefallen. Dieses Mal ist der McGuffin eine sehr mächtige Biowaffe, Chimera, und es ist mal wieder ein Agent abtrünnig geworden, Sean Ambrose, der einen sehr süßen schottischen Akzent hat. Ethan muss eine Diebin anheuern, die früher mit Ambrose zusammen war, um dem Schurken das Handwerk zu legen. Diesmal gibt’s viele Stunts und kitschige Inszenierungen, aber hey – schließlich geht’s um die 2000er.

Es gab ein paar Sequenzen die ich mochte, zum Beispiel als Ethan am Anfang Free-Solo-Klettern in Utah betreibt, was ich für eine sehr plausible Freiheitsaktivität von ihm halte. Dann, die Anwerbung der Diebin Nyah, in der Form einer sehr eleganten Raub-Sequenz. Ich mag auch die Rock-Version des Intros, die viele angeblich auch hassten, performt von Limp Bizkit. Generell ist da schon viel dramatischer Kitsch bei dem Film dabei, wie die Szene mit zweihändigen Pistolenschüssen, während im Hintergrund eine Taube durch eine Explosion fliegt, aber es ist nicht so schlimm wie manche sagen. Außerdem ist dieser dem ersten Teil völlig unähnlich, etwas ganz anderes, und ich finde das ist genau richtig.

Spoiler: Einen Dialog aus dem Film mag ich besonders, weil er so angespannt und dramatisch war: “Würdest du dich besser fühlen, wenn mir das nicht gefiele?” – “Ja, und zwar gewaltig!.” – “Dann fühl dich besser!” Ach, prächtig.

Urteil: Ist zwar purer Kitsch, aber ich empfehl’s trotzdem.

  1. Stanley Kubrick – Ein Leben für den Film (Stanley Kubrick: A Life in Pictures – 2001)

Ich war nie wirklich ein Stanley-Fan, aber ich hab mich trotzdem an diese Doku mit einem offenem Geist rangewagt und ich muss sagen, ich fand es spannend. Cruise ist der Erzähler und spricht selbstverständlich auch über Eyes Wide Shut und generell war es eine sehr liebe Hommage an Kubricks Karriere und jedes einzelne seiner Stücke, mit ein bisschen persönlichen Hintergrund dazwischen. Er war ein faszinierender Charakter und ich muss sagen, seine Arbeit so auf einem Haufen zu sehen, mit einem Blick hinter die Kulissen, hat mir schon Lust gemacht die Filme selbst auch zu sehen. Die Doku an sich war gut gemacht und ich kann nicht sagen, dass ich meine Zeit damit verschwendet hätte.

Urteil: Ein Muss für Stanley-Fans, aber auch sonst ziemlich interessant.

  1. Vanilla Sky (2001)

Wieder so einer wo ich mir danach die Wiki-Seite durchlesen musste, obwohl der grundlegende Plot am Ende des Films sogar erklärt wird, aber irgendwie hat das nicht richtig was gebracht. Im Grunde geht es um einen Typen der durch einige unglückliche Umstände entstellt und alleine zurückbleibt und infolgedessen eine futuristische Kryo-Firma anheuert, die ihn einfrieren soll, bis die Technologie der Zukunft sein Gesicht wortwörtlich retten kann. Während er warten muss wird bei ihm ein Klartraum ausgelöst, wo er ein wunderbares Leben mit einem hübschen Mädchen führt. Irgendwann passiert ein Glitch und der Traum wird zum Albtraum, wodurch er erst merkt, dass er sich überhaupt in einem Traum befindet.

Ziemlich simpel, oder? Tja, wenn nur der Film selbst ein bisschen mehr so sein könnte. So wie jetzt ist er halt eine chaotische Verwirrung an Ereignissen, Träumen und Realität, verflochten mit psychologischen Sitzungen und Tom Cruise in einer verstörenden weißen Maske. Die Dialoge sind komisch, es ist schwierig der Handlung zu folgen und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich nur darauf gewartet, dass der Film endlich zu Ende geht. Cameron Diaz hat eine sehr überzeugende Psychopathin gespielt, das muss man ihr lassen, aber sonst gab es nicht wirklich jemanden,der spannend wäre oder etwas interessantes, was passieren würde. Vielleicht ist es einfach nicht meine Art von Film oder vielleicht ist er einfach wirklich schlecht.

Urteil: Ich empfehle diesen Film nicht und habe nicht mal einen cleveren Spruch dazu wieso.

  1.  Space Station 3D (2002)

Die nächste Doku, schon die zweite, wo Cruise bislang den Erzähler gemacht hat. Ich bin weder vom Weltraum, Weltraumforschung, noch dem Innenleben der Internationalen Raumstation angetan, aber hey, das hier war ziemlich cool, süß, kurz und informativ. Die Bilder vom Weltraum mussten richtig heftig in IMAX 3D ausgesehen haben, wofür der Film eigentlich gedacht war, und nicht für ein Handy-Display im Zug. Das einzige was mich eigentlich gestört hat war die komisch billige Porno/Fahrstuhl-Musik die manchmal vorkam, aber sonst war’s ziemlich okay.

Urteil: Wenn man sich für den Weltraum oder die ISS interessiert, dann kann man sich’s schon angucken.

  1. Minority Report (2002)

Ich habe diesen Film das erste Mal vor vielen Jahren gesehen und kann mich erinnern, dass ich ziemlich begeistert war. Die Drehungen und Wendungen und die dramatische (obgleich manchmal etwas verschwurbelte) Spannung sind wirklich beeindruckend. In dieser Welt, die wir betreten, gibt es ein Polizeiprogramm das ‘Precrime’ heißt, welches auf drei hellseherischen Menschen beruht, die sich Precogs nennen und zukünftige Straftaten voraussehen können. Basierend auf diesen Informationen werden Menschen verhaftet bevor sie andere umbringen – was auf den ersten Blick ziemlich gut klingt, aber erhebliche Konsequenzen mit sich bringt, besonders da der nächste Name der genannt wird der des Precrime-Abteilungsleiters ist: John Anderton. Er hat selbstverständlich nicht vor irgendwen umzubringen oder dafür bestraft zu werden, als muss er einen Weg finden, seine Freiheit zu bewahren.

Dieser Film setzt sich mit vielen Themen auseinander, manchmal auf direktem Wege, durch philosophische Gespräche, und manchmal ein wenig indirekter, zum Beispiel durch die karikativ extreme Version von Kapitalismus, die vorgestellt wird. Es gibt Diskussionen über Determinismus und freien Willen, darüber was es heißt Mensch zu sein, über Abhängigkeit und Überleben gegen das System. Das Ganze wurde expertenhaft gefilmt und gespielt und fesselt schon ganz gut. Beim zweiten Mal war’s dann nicht mehr so spektakulär für mich, auch deswegen weil einige der Effekte nicht so gut gealtert sind, wie zum Beispiel die zwar interessante, aber ziemlich skurrile Szene mit blobförmigen Autos, die auf Fließband-Autobahnen fahren. Trotzdem, dieser Film ist eine gute Mischung aus Action und Gedankensport, mit ein bisschen Drama als Beilage.

Urteil: Definitiv eine Empfehlung, rundherum eine gute Leistung.

  1. Austin Powers in Goldständer (Austin Powers in Goldmember – 2002)

Ich hasse es an mir, dass ich nicht einfach eine Fortsetzung von etwas gucken kann, ich muss erst alles von Anfang an sehen. Und für ein 3-minütiges Tom Cruise-Cameo im dritten Teil der Austin Powers-Serie musste ich mich durch Teile eins und zwei quälen, na dann hab ich noch den Rest des dritten auch geschaut.

Aber es war wirklich eine Qual. Die Filme sind furchtbar unlustig und das einzige Gute an ihnen ist, dass sie den Anstand haben wenigstens relativ kurz zu sein. Die Handlungen sind wirklich simpel, klischeehafter Spionage-Scheiß, Austin Powers ist der großkotzige Macho-Superspion, der Bösewicht heißt Dr. Evil, es passieren Faxen und das war’s dann auch. Die einzigen zwei Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, war eine Szene bei Jerry Springer, wo wieder die Beziehung zwischen Dr. Evil und seinem Sohn Scott aufgearbeitet wurde und als Dr. Evil “Show me the money!” aus Jerry Maguire zitiert, da sie ja später Tom Cruise in der Filmserie auftauchen ließen. Na gut, und ich fand es lustig, dass Austins Betreuer bei der CIA Basil Exposition heißt und von Professor Asher Fleming aus Gilmore Girls gespielt wird. Sonst dreht sich alles bei diesen Filmen um endlose, unlustige Sexwitze, angefangen mit einer penisförmigen Brustbehaarung bis hin zu penisförmigen Schatten und natürlich hier und da ein bisschen Fäkalhumor, so zur Sicherheit nehme ich an. Ich war überrascht, dass keine Vulgärsprache vorkam, aber dafür sehr viel Vierte-Wand-Brechen, unerklärliche Tanzeinlagen und Übergänge mithilfe einer 60er Tonbühne, also soll sich jeder draus machen, was er will.

Was die Filmreihe aber gut geschafft hat war der Soundtrack, der überraschend cool war, sowie die sehr netten Kostüme und das Set Design. Die Figuren waren alle sehr lebhaft und gut durchdacht, sehr deutlich und mit eigenem Charakter; die Sets sahen spaßig, bunt und gut gestaltet aus, weshalb die Filme auch nach 20 Jahren noch gut aussehen. Das Cameo von Tom Cruise war unbedeutend und es lohnt sich definitiv nicht alle drei Filme nur dafür zu schauen, aber ist ja jetzt auch egal. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte war warum Beyoncé die weibliche Hauptrolle in dem dritten Teil gespielt hat, da es mir als etwas unter ihrer Würde erschien, besonders weil der dritte Teil der schlechteste war, in Bezug auf die Handlung. All das soll heißen dass ich mich sehr gefreut habe, als dieser kinematographischer und popkultureller Ausflug endlich zu Ende war.

Urteil: Ich mag geschmacklose Witze und ich habe diese Franchise trotzdem gehasst. Man kann sich diesen Cringe getrost sparen.

  1. Last Samurai (The Last Samurai – 2003)

Warum für den deutschen Titel das ‘the’ zuviel war – keine Ahnung.

Aber hier ist ein Epos, der diesen Namen wahrhaftig verdient hat – eine atemberaubende, obgleich stark romantisierte Geschichte des alten Japans, der Krieger und der Ehre. Wir folgen Nathan Algren, einem verdrossenen, PTBS-beherrschten Kapitän, der versucht sein schlechtes Gewissen wegen seiner Beteiligung an den Indianerkriegen in Whiskey zu ertränken. Er wird von seinem früheren Kommandanten aufgegabelt und Omura vorgestellt, einem Politiker und Geschäftsmann, der will, das jemand die Kaiserlich Japanischen Armee ausbildet, um den rebellischen Samurai Katsumoto und seine Anhänger zu besiegen. Algren stimmt zu, sie alle gehen nach Japan und bilden die Armee aus, aber in einem Kampf mit ihren vermeintlichen Feinden wird Algren gefangen genommen. Dank seinem starken Willen und Durchhaltevermögen wird er verschont und er lebt als Gast in Katsumotos Dorf, wo er trainiert und kämpft und Erleuchtung findet, und was viel wichtiger ist, ein wenig Frieden.

Man kann definitiv viel über diesen Film sagen, dass er Samurai verherrlicht obwohl sie nicht unbedingt die tapferen Ritter waren, für welche der Westen sie zu halten scheint, und natürlich den Weißer-Retter-Komplex der Hauptfigur, denn nur wenn der Kolonisator sich entscheidet einzuschreiten, haben die Unterdrückten überhaupt eine Chance auf einen halbwegs gleichmäßigen Kampf. Das ist berechtigte Kritik, aber ich würde mich lieber auf die positiven Seiten konzentrieren, denn davon gibt es auch sehr viele.

Erstens sieht der Film wunderschön aus. Auch noch 20 Jahre später; die meisten Dinge wurden praktisch gefilmt und man sieht es einfach. Ganz zu schweigen von Cruises herausragender Performance, nicht nur als Schauspieler, sondern auch in Bezug auf die physischen Aspekte des Drehs, wie er endlos trainiert hat, um richtig mit den Schwertern umgehen zu können. Aber nicht er allein hat abgeliefert, weil alle Leistungen großartig waren und ich fand es äußerst lobenswert, dass die japanischen Figuren auch Japanisch miteinander gesprochen haben. Dann kommt dazu, dass die Geschichte schön erzählt wird, gut gestaltet ist, mit einer klaren Struktur und heftigen Drama und Großen Entscheidungen. Ein bisschen Spaß muss auch sein, aber auch epischer Pathos. Ich fand es auch gut, dass eine Vielzahl an Beleidigungen und Ignoranz eingebaut wurden, weil obwohl man nicht gerne dabei zuhört, zu den Zeiten war es nun mal so, es hat den Figuren, dem Zeitalter und der späteren Verwandlung einen entsprechenden Rahmen gegeben und es ist einfach etwas, mit dem man lernen muss umzugehen.

Dann, und das ist das wichtigste für mich und was mir am meisten an diesem Film gefällt, ist Last Samurai die perfekte Lehrstunde in interkultureller Kommunikation. Es wird dieser ignorante Arsch gezeigt, der denkt, dass er alle Antworten kennt, und dass seine Kidnapper einfach nur Wilde sind. Ich weiß, klingt sehr nach Farbenspiel des Windes, aber die Art wie es in diesem Film umgesetzt wird ist einfach wunderschön. Die subtilen Veränderungen, die Art wie Algren merkt, dass er die Schuhe drinnen ausziehen sollte, wie er nach und nach die Sitten lernt und sich für sie interessiert, seine Gespräche mit Katsumoto – all das zeigt wunderbar die Rolle der Empathie und des Zuhörens, wenn man andere Kulturen kennenlernen will.

Spoiler: Und hier gibt’s auch wieder herrliche Sprüche, genauso reich an Pathos wie der Film selbst: “Ich glaube, der Mensch tut was er kann, bis sich sein Schicksal offenbart.” Was für ein Ohrenschmaus.

Urteil: Ich empfehle diesen Film, wegen den Kämpfen, der Epik und der dramatischen Glorie des Ganzen.

  1. Collateral (2004)

Ein Wort das ich mag und der Film ist auch ziemlich gut. Wir folgen LA-Taxifahrer Max auf seiner Nachtschicht, die eigentlich recht ereignislos ist, bis er Vincent aufnimmt – einen Silberfuchs, anscheinender Geschäftsmann, mit einer extremst gleichgültigen Verfassung. Beim ersten Stopp der Nacht stellt sich allerdings heraus, dass Vincent tatsächlich jemand ganz Unerwartetes ist – ein Auftragskiller im Amoklauf. Von dann an ist Max eine Geisel und wird durch die Ereignisse der Nacht mitgezerrt und dazu gezwungen, so ziemlich alles was er über das Leben, die Welt und sich selbst wusste neu abzuschätzen.

Das hier ist ein prächtiger Neo-Noir Action Thriller, interessant gefilmt und gut gespielt, besonders die Figur des Vincent ist einfach hervorragend. Cruise spielt Silberfuchs sehr gut und man würde denken, dass ein Typ mit silbernen Haaren und einem silbernen Anzug mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, aber dank seinem kalten, verstohlenen Verhalten kann er recht erfolgreich in der Menge untertauchen (wofür Cruise auch geübt hat, indem er so getan hat als wäre er ein UPS-Zusteller). Anscheinend hat Cruise Löwen für die Rolle des Lestat studiert, um ihre bedrohlichen Bewegungen auf Vampire umzusetzen, aber hier kommt es auch durch, gekoppelt mit dem ganzen Militär- und Spionen-Training, das er schon vorher hatte, denn Vincent ist schlicht und einfach wild und grausam. Seine Beziehung mit Max ist auch interessant – offensichtlich ist er der Antagonist, aber er hilft Max auch, er zwingt ihn dazu aus sich herauszugehen und ein paar Entscheidungen zu treffen, die sein Leben verbessern sollen. Dazu kommt noch, dass Vincent sich selbst nicht unbedingt für einen schlechten Menschen hält. Es gibt keine Begründung dafür, warum er mordet, er ist einfach wer er ist, weder gut noch schlecht, er macht nur seinen Job. Das ist sowieso ein großes Motiv in dem Film, dass Sachen einfach manchmal passieren – und dass man einfach manchmal als Kollateralschaden in den Geschichten anderer Menschen landet. Wenn ich es mir recht überlege, dann ist Vincent wie so ein amerikanischer Neo-Noir-Hexer – und der Typ hatte auch silberne Haare.

Urteil: Definitiv eine Empfehlung, sehr gut gemacht und super spannend.

  1. Krieg der Welten (War of the Worlds – 2005)

Mann, es gibt kaum ein Universum, das ich mehr hasse als das von Krieg der Welten; es holt mich überhaupt nicht ab und ja, ich weiß es handelt sich um erstklassiges, Vintage-Sci-Fi, aber gottverdammt. Dieser Film jedoch, gar nicht mal so schlecht. Die Geschichte ist ein bisschen neu konzipiert und schweift ein wenig vom Original und komplett von Orson Welles’ Interpretation ab. Hier findet die Handlung in den Staaten statt und konzentriert sich auf den Hafenarbeiter Ray und seine Familie, als sie versuchen den Krieg aus dem Titel zu überleben. Dieser wird von einem versuchten Anschlag von Aliens verursacht, die sich in ihren Tripoden fortbewegen, den bekannten, gigantischen quallenartigen Maschinen.

Spielberg hat diese Geschichte gut umgesetzt, obwohl ich sie vielleicht nicht mag, und er hat auch den ganzen Radio-Aspekt davon weggelassen. Es ist nur die Geschichte der eigentlichen Alien-Invasion und wie die Bewohner der East Coast versuchen damit klarzukommen. Ray, gespielt von Cruise, ist ein entfremdeter Vater, der auf seine Kinder aufpassen muss, als der Sturm ausbricht und er versucht, sie in Sicherheit zu bringen. Dieser Film dauert ziemlich lange und es war nicht so, als dass ich ihn unbedingt sehen wollte, aber was hier schon richtig gemacht wurde, im Gegensatz zum neuen Godzilla (2014) zum Beispiel, auch einem ähnlichen Typ von übernatürlichem Actionfilm, ist das bei Krieg die eigentliche Handlung wirklich wichtig ist. Die Familiendynamik und -konflikte sind die interessantesten Teile des Ganzen und obwohl die upgedateten CGI-Designs der Tripoden ziemlich gut für ihre Zeit aussahen (auch wenn sie teilweise sehr gummihaft wirkten) sind es doch das Überleben der Familie und die emotionalen Stakes ihrer Mühen, nicht die computergenerierten Monsterkämpfe, die den Film spannend machen. Außerdem war der Regiestil ziemlich gut und besonders das Spiel mit dem Licht in den dunkleren Szenen, das war schon tüchtige Filmkunst.

Spoiler: Ich hatte nicht so Bock auf den Film, wegen meiner eigenen Vorurteile und weil einige der ersten Szenen mühsam waren, aber dann kam die Keller-Mordszene. Und meine Güte hat es sich gelohnt diesen Film nur für diese eine Szene zu schauen. Da stellt sich plötzlich eine krass harte Entscheidung – einerseits ist da der verrückte Ogilvy (gespielt von Andy Dufresne von Die Verurteilten), der Ray und seiner Tochter Rachel Unterkunft bietet. Allerdings können sich die zwei Männer nicht darauf einigen, was sie in ihrer Situation tun sollten. Dann bekommt Ogilvy mit, wie die Tripoden das Blut eines Menschen ernten und dreht durch, fängt an zu schreien, was die Aliens rund um das Haus anlocken könnte. Jetzt muss Ray eine Entscheidung treffen – Ogilvy zu beruhigen funktioniert nicht, also muss er ihn entweder schreien lassen, was ihn und seine Tochter das Leben kosten könnte, oder er muss Ogilvy dazu bringen aufzuhören. Und das tut er. Aber nichts wird gezeigt, alles passiert ohne Worte und im Kopf des Zuschauers – man sieht die verängstigte Tochter, mit Stoff um ihren Augen, damit sie nichts sieht, Ray steht im Türrahmen, Ogilvy schaut mit Schrecken auf ihn zurück, denn er weiß, was es bedeutet, dann geht die Tür zu und das war’s. Und meine Güte war’s gut gemacht.

Urteil: Ein Blockbuster Action Thriller, ziemlich gut gemacht, nicht meins, aber kann man sich angucken.

  1. Mission: Impossible III (2006)

Und weiter geht’s mit der nächsten Fortsetzung der M:I-Franchise. Auf Anhieb fehlt bei diesem Teil eine coole Eröffnungssequenz, stattdessen gibt es einen altbewährten, obwohl schlussendlich ziemlich faulen, dramatischen Vorausdeutungs-Clip, der die spätere Action zeigt, im Großen und Ganzen aber total überflüssig und vergessbar ist. Aber trotzdem, es ist immer noch Mission: Impossible, es gibt immer noch coole Stunts und Ethan ist immer noch ein totaler krasser Typ, also werde ich mich nicht beschweren. Diesmal heißt unser McGuffin Hasenpfote und wir erfahren nicht einmal genau, was es ist. Was auch okay ist, aber irgendwie schon blöd, wenn man nicht genau weiß, was auf dem Spiel steht. Außerdem kommt auch ein anderer wichtiger Einsatz ins Spiel diesmal, denn Ethan hat den Außendienst aufgegeben – stattdessen bildet er neue Rekruten aus. Er fasst Fuß mit seiner Verlobten Julia und das sorgt natürlich für reichlich Probleme.

Ich denke diesen Teil mag ich am wenigsten, oder er ist für mich zumindest am wenigsten erinnerungswert, obwohl es hier auch selbstverständlich ein paar coole Sequenzen gibt. Der Brücken-Stunt, zum Beispiel, als Ethan seitwärts in ein Auto fliegt, das war gut gemacht. Und natürlich die atemberaubende Verfolgung zu Fuß gegen Ende des Films, wo das meiste ein ununterbrochener Shot war. Mann, kann dieser Tom Cruise rennen. Und in einer schönen Umgebung noch dazu. Was ich auch an diesem Teil mag ist, dass Benji eingeführt wird, obwohl erst als Schreibstubenhengst. Allerdings gab es auch einige Entscheidungen, die man hätte überdenken können – Mission: Impossible braucht wirklich kein Viertes-Wand-Brechen in der Form des billigen Spruches “Humpty Dumpty saß auf der Mauer”… während Ethan auf einer Mauer ist. Nichtsdestotrotz, der sportliche Aspekt des Films ist umwerfend und, ich mein, wir sind zehn Jahre weiter in Cruises Filmkarriere seit ich es das erste Mal erwähnt habe, aber er war schon 44 als er M:I 3 gemacht hat, und meine Güte, sieht er nicht danach aus. Eigentlich gab es kaum Zeiten, wo er besser aussah als in diesem Film.

Urteil: Es geht um Mission, also werd ich’s empfehlen. Philip Seymour Hoffman spielt auch mit, das ist auch cool, obwohl dieser generell nicht mein liebster Teil der Serie ist.

  1. Von Löwen und Lämmern (Lions for Lambs – 2007)

Das ist weniger ein Film und mehr eine Sammlung von Gesprächen, die drei Narrativen folgen: zwei junge Studenten, die der Armee beitreten und in Afghanistan kämpfen, ein Professor, der mit einem talentierten, privilegierten und blasierten Studenten diskutiert und ein republikanischer Senator, der einer liberalen Journalistin ein Interview gibt, um eine neue Militärstrategie zu verkaufen. Alle drei Handlungsstränge betreffen den Kampf in Afghanistan, aber aus verschiedenen Perspektiven und wenn ich ehrlich bin fühlt es sich vielmehr wie zwei Podcasts mit ein paar Kampfszenen dazwischen an als wie ein Film. Der Drehbuchautor wollte aus der Geschichte zuerst ein Theaterstück machen, und man merkt’s.

Sprechende Köpfe sind selten spannend, besonders wenn es sich um solche komplexen Themen handelt und deswegen ist der Film gescheitert, trotz der Starbesetzung. Was ich aber dennoch daran mochte und mit Bewunderung beobachtet habe, war Tom Cruises Schauspieltalent. Er hat in diesem FIlm nicht viel gemacht – es gab auch nicht so viel zu tun um ehrlich zu sein – und trotzdem, er hat sich der Rolle angenommen, als ob sein Leben davon abhängen würde. Er spielt den perfekten charismatischen Senator und alles, was er tut,, schreit geradezu schmieriger Politiker – angefangen damit, wie er sich anzieht, wie er rumläuft, Kaffee schlürft, seine Jacke faltet, höhnisch anmerkt, intensivst starrt, immer lächelt, ohne das es die Augen erreicht und sogar wie er spöttelt. Für mich ist das krass.

Urteil: Es werden interessante Dinge besprochen, aber als Film ist der hier ziemlich öde. Ich würd’s nicht nochmal schauen.

  1. Tropic Thunder (2008)

Ein Kultklassiker und ein richtig lustiger Film. Schon angefangen mit den krass witzigen Filmtrailer-Parodien, über den verrückten, schamlosen Humor, bis zu Cruises herausragender Comedy-Rolle als Les Grossman. Der Film folgt einer Filmcrew, die versucht eine Verfilmung einer Geschichte eines Vietnam-Veteranen zu drehen, wenn alles den Bach runter geht. Dann wird’s nur noch lustig und die bunte (wortwörtlich) Gruppe von Charakteren landet jeden Witz und macht aus der Geschichte die perfekte Parodie von Hollywood, mit all ihren Macken.

Der Film ist unglaublich unverschämt und vulgär und man muss sich unbedingt den Extended Cut reinziehen. Cruise als Grossman ist eine Sache, aber der wahre Held der Story ist Robert Downey Jr. der eine Parodie eines übereifrigen Methoden-Schauspielers bietet, Kirk Lazarus, der aus Australien kommt, aber den afroamerikanischen Feldwebel Osiris in dem Film, den sie in dem Film drehen, spielt. Mann, Tropic Thunder ist so irre, und es gibt super viel Überspielen und total krass verrückte Faxen, aber es ist so lustig. Nicht nur das, es bietet auch eine ziemlich treffende Kritik der Filmindustrie, und wie liefert man sowas besser als in der Form einer ziemlich intelligenten und gut gemachten satirischen Action-Komödie.

Urteil: Fuck yeah, sofort anschauen!

  1. Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat (Valkyrie – 2008)

Zwar kenne ich mich nicht so mit Geschichte aus, besonders wenn es um die im Film behandelten Zeiten geht, aber was für eine krasse Story. Der Film, basierend auf wahren Begebenheiten, folgt dem Attentat vom 20. Juli 1944 um Hitler zu ermorden. Der Plan war es Operation Walküre, einen nationalen Notfallplan, umzuschreiben und zu nutzen, um die Staatsführung zu übernehmen. Der Film ist heftig und tragisch und ich freue mich, dass er mir etwas über einen Teil der Geschichte beigebracht hat, von dem ich nichts wusste.

Zuallererst, von einer Design-Perspektive ist der Film ziemlich gut. Das Set in Tunesien am Anfang, die Kampfjets, wie staubig alles aussieht – sehr gut. Und dann all die Sets in Deutschland, die Nachbildungen der Uniformen und der Gebäude, wie verstörend es auch ist so viele Hakenkreuze auf einmal zu sehen, all das sorgte für einen sehr authentischen Look. Zuerst fand ich es ein bisschen seltsam, dass all diese deutschen Offiziere hauptsächlich mit britischen Akzenten gesprochen haben, aber die Art wie es eingeführt wurde war ganz geschickt, also kann ich es verzeihen. Nämlich hat Tom Cruise am Anfang Deutsch gesprochen (und überraschenderweise gar nicht mal so schlecht, muss ich sagen) und ging dann fließend ins Englische über. Ganz davon abgesehen ist das hier keine Doku, sondern Fiktion, also sind solche Dinge auch erlaubt.

Cruise ist in diesem Film hervorragend. Er verschwindet komplett in der Figur des Stauffenbergs, des Protagonisten, und alles von seinen Bewegungen bis hin zu seinen Gesichtsausdrücken und sogar seinem Tonfall erlaubt es mir mich problems der Ungläubigkeit auszusetzen. Mit den anderen Offizieren war es schwieriger – Bill Nighy zum Beispiel blieb stets Bill Nighy für mich, ich habe ihm die Figur des Olbricht nicht wirklich abgekauft, was nicht heißt, dass seine Performance irgendwie schlecht war. Trotzalledem hat mich dieser Film komplett eingenommen und ich habe etliche Stunden danach damit verbracht das Thema zu recherchieren und ich liebe es, wenn sowas passiert, das bedeutet dass ich einen Film richtig fesselnd und spannend fand. So habe ich auch erfahren, dass Stauffenbergs Enkel, der zufälligerweise Schauspieler ist, eine Nebenrolle in dem Film spielte und solche Trivia macht das ganze Ding für mich noch viel besser.

Urteil: Ein heftiges Thema, aber den Film kann ich nur empfehlen.

  1. Knight and Day (2010)

Also das hier ist einfach das reinste Vergnügen und der pure Spaß. Eine Action-Komödie wo wir Tom Cruise als Roy Miller folgen, einem komisch exzentrischen, aber so wirklich sehr süßen Geheimagenten und Cameron Diaz als June Havens, einer Auto-Restauratorin, die ins Kreuzfeuer einer geheimen Mission gerät, als Roy sie als Schmugglerin für eine McGuffin-Batterie namens Zephyr ausnutzt.

Es gibt nichts, was ich an diesem Film nicht lieben würde. Er ist lustig und flott, die Sets sind dynamisch und hübsch, die Story ist unkompliziert, ohne zu offensichtlich zu sein und die Schauspielerei ist einfach nur amüsant und herrlich. Es kommen intensive Action- und Kampf-Sequenzen vor, die richtig cool sind, aber was den Film wirklich klasse macht ist der Humor. Einfach Cruises verpeilter Gesichtsausdruck, Diaz’ skeptische Aussagen, die absurde Physical Comedy, der auch verpeilte, allerdings auf eine andere Weise, Feuerwehrmann Rodney, der in June verliebt ist, und die allgemeine Krassheit, verbunden mit Humor und hinreißender Geilheit. Der perfekte Film für einen chilligen Abend, um ein bisschen zu lachen und obwohl man ihn einfach als Popcorn-Film einstufen kann, denke ich, dass er mehr als nur billige Comedy bietet. Ein wirklich cooler Film und Cruise hat mich mal wieder mit seinem Schauspieltalent beeindruckt, mit dem wie die kleinsten Details die Art verändern können, wie er Figuren gestaltet und spielt. Einfach toll.

Urteil: Habe ich schon mehrfach gesehen und werde es mehrfach wieder sehen.

  1. Mission: Impossible – Phantom Protokoll (Mission: Impossible – Ghost Protocol – 2011)

So, jetzt kommt die Serie erst richtig in Fahrt – endlich weiß sie, was sie will, und sie ist bereit abzuliefern. Wir starten mit zwei Action-Sequenzen bevor der Vorspann überhaupt beginnt: ein schnelles Attentat und ein wunderbar ausgeführter Gefängnisausbruch. Dann kommen schon all die herrlichen Mission: Impossible-ismen, perfekt aufgedreht: McGuffin-Nuklearcodes, dramatische Spannung mit Geheimnissen und emotionalen Stakes, mehrere atemberaubende Action-Sequenzen, ein bisschen Humor, hauptsächlich von erst-Comic-Relief-Techniker-dann-Feldagent Benji Dunn, und Ethan Hunt wieder als krasser Typ. 

Es gibt so viele coole Action-Sequenzen in diesem Film, aber erst über die paar größeren: der Raub im Kreml, mit einer unglaublichen, lustigen und vor allem komplett lautlosen Action/Spionage-Sequenz; und natürlich die Burj Khalifa-Szene – Tom Cruise, wie er rund um das höchste Gebäude der Welt rennt und fliegt, einfach atemberaubend. Dann mag ich noch einige der kleineren Szenen: das Treffen mit dem IMF-Analysten William Brandt im Auto, die gemeinsame Flucht zum Zug, und die Szene wo Agent Carter einen reichen indischen Typen in seinem Palast in Mumbai verführen muss. Dieser Film ist so tempo- und abwechslungsreich, mit so vielen verschiedenen Ländern und Locations unterwegs, dass manche sogar sagen könnten, dass die Handlung in dem actiongeladenen Schleier verloren geht; aber die Wahrheit ist, und das schätze ich an erster Stelle bei Mission: Impossible, dass die Geschichte genauso zählt wie die Action, dass wie wirkliche Entwicklungen und Konflikte sehen und bei Phantom Protokoll gibt es von beidem mehr als genug.

Urteil: Definitiv eine geile, cool aussehende Fortsetzung der Serie, schaue ich immer wieder gerne.

  1. Rock of Ages (2012)

Als ich dieses Projekt gestartet hatte, wusste ich nicht, dass ein Film wie dieser auf mich zukommt. Ich liebe Musicals, obwohl das hier ein Jukebox-Musical ist, die ich eigentlich am wenigsten mag. Ich wusste wirklich nicht was ich erwarten sollte, besonders da Tom Cruise mir nicht als jemand erscheint, der singen könnte/wöllte. Der Film zeigt die Welt des Rock ‘n’ Roll in LA in den 80ern und da haben wir eine aufstrebende Sängerin aus einer Kleinstadt, Sherrie, einen weiteren aufstrebenden Sänger, der als Bar-Hilfe arbeitet, Drew, einen schmierigen Studiendirektor, Paul (sehr schön gespielt von Paul Giamatti), es gibt die Anführerin der Karens, Patricia, und ihren untreuen Ehemann, der Politiker ist (gespielt von Walter White), zwei schwule Turteltauben – der Besitzer einer Bar und sein Assistent, eine knallharte, eigenständige Journalistin, eine emanzipierte Besitzerin eines Strip Clubs und der Glamrock-Megastar Stacee Jaxx, gespielt von Cruise.

Ich konnte meinen Augen nicht trauen als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe, ich musste ununterbrochen lachen, weil zwischen der ganzen übertriebenen, kitschigen Albernheit jede nächste Szene einfach immer absurder wurde. Für mich persönlich war das super, denn ich liebe solche Sachen. Besonders wenn sie so gut gemacht sind wie in diesem Fall. Die Story ist ziemlich fade, weil sie ziemlich formelhaft ist und nichts wirklich passiert (außer dem schwulen Twist vielleicht), aber sonst ist das Ding gut performt, die Dialoge sind witzig, ich fand’s zum totlachen, die Sets und Kostüme waren auffällig und grell und es hat sich wirklich so angefühlt, als ob alle Clichés und Stereotypen der Glamrock-Ära zusammengebracht und in kleine, praktische Charaktere zusammengefasst wurden, aber halt auf eine gute Art. Ich mochte viele der kleinen Entscheidung, wie zum Beispiel Beats in den Liedern mit Arschschlägen oder Kicks gegen eine Pole-Stange zu ersetzen, und viele der großen Entscheidungen, wie Cruise als die Hair Metal-Ikone Stacee zu casten. Das war eine heftige und unerwartete Performance, und dennoch war sie die beste und einprägsamste aus dem ganzen Film. Es stellt sich also heraus, dass Cruise auch singen kann und seine Interpretation von “Pour Some Sugar On Me” wurde berechtigterweise von Kritikern gelobt und ich finde es macht einfach Spaß, das Lied zu hören. Eigentlich den ganzen Soundtrack, denn die Macher haben es geschafft ein paar richtig nette Mash-Ups von klassischen Rocksongs zu erschaffen und ich denke ich übertreibe nicht, wenn ich anmerke, dass ich alle davon bereits auswendig kenne.

Spoiler: Ich habe diesen Film vor Die Firma gesehen und als ich letzteren endlich sah wurde mir klar, dass Cruise anscheinend sein ganzen Leben lang schon wusste, was man mit so einer Stange macht, da er diese Skills sowohl in Die Firma, als auch Rock einsetzt. Na, wer hätte das gedacht.

Urteil: Eine Empfehlung für Musical-Fans und für Kitsch-Fans. 

  1. Jack Reacher (2012)

Was für ein herrlich spaßiger, cooler Film. Wir lernen Jack Reacher kennen, einen Ex-Militärpolizisten, der zurück ins Spiel befördert wird, wenn jemand den er von damals kannte fünf Leute erschießt. Eine heftige Ermittlung geht los und es stellt sich heraus, dass nichts so selbstverständlich ist, wie es erscheint. Die Atmosphäre des Film ist recht düster, mit dem einen oder anderen lustigen oder sarkastischen Spruch, und er ist genau das, was ich von einem Action-Thriller erwarte.

Cruise spielt Reacher, den coolen, unerschütterlichen Landstreicher, der jeden Satz in einem eiskalten, ungerührten Tonfall spricht, aber verdammt, hat er gleichzeitig einen Überfluss an Frechheit. Es fallen so viele coole Sprüche und die ganze Performance ist klasse, all die ruhigen, bewussten Bewegungen, was wieder zeigt, dass man nicht immer sehr viel machen muss, um eine Figur zu erschaffen, dass es die kleinen Dinge sind, die zählen. Es passieren so viele spaßige Kampfszenen und Verfolgungsjagden, die eine oder andere verdrehte Wendung und im Großen und Ganzen sind es zwei Stunden, die sich wirklich lohnen. Was mich aber am allermeisten beeindruckt diesmal ist wie Christopher McQuarrie das ganze Ding gedreht hat, besonders die ausgezeichnete, lautlose Anfangssequenz und jede andere spannungsvolle Sequenz, die nicht von unnötigen Dialogen, Exposition oder Narration überschattet wurde. Eine Glanzleistung.

Urteil: Ein echt guter Film, brutal und schnell, nicht zu düster, ich würde sagen genau düster genug.

  1. Oblivion (2013)

Eine nette postapokalyptische Geschichte. Die Erde wird vernichtet, es gibt futuristische Maschinen, die das Meerwasser in Energie umwandeln oder so, und ein paar herumfliegende Drohnen. Angeblich wurde die ganze Menschheit nach Titan verfrachtet, Saturns größten Mond, und nur zwei Menschen blieben zurück – Jack, ein Techniker und Vika, seine Kommunikationspartnerin. Die Mission ist es zu bleiben und die Drohnen und die futuristischen Maschinen nach den nächtlichen Angriffen der sogenannten Plünderer zu reparieren – bis noch ein Überlebender gefunden wird und alles, wie das halt so ist, den Bach runter läuft.

Das ist ein Film, den es sich lohnt im Kino zu schauen. Es ist eine Sci-Fi-Abenteuer mit einem großem Budget und die Bilder sind einfach umwerfend. Die Story ist nicht so schlecht, aber nicht wirklich originell oder erinnernswert, so wie die Figuren. Was okay ist, denn das Filmerlebnis an sich ist trotzdem ganz gut. Cruise musste sich für diese Rolle wirklich nicht anstrengen, im Sinne, dass er einfach sich selbst spielen konnte, da seine Figur einfach nur ‘allgemeiner Sci-Fi-Held’ ist, mit ein bisschen Pro-Erde-Propaganda dazu. Aber wie gesagt, hier geht’s mehr um das Aussehen, die trostlose, graue postapokalyptische Landschaft, nebeneinandergestellt mit der weißen Technik der Zukunft und den langen Weitwinkelaufnahmen der Umgebung, der Maschinen und Erinnerungen an New York City, ganz zu schweigen von dem hervorragenden Spiel mit Licht und Farben. Am Anfang wird ein bisschen viel erzählt, was man vielleicht hätte besser über die zwei Stunden des Films verteilen können, aber hey, wenigstens weiß man direkt von Anfang an mit was für einer Art Film man es zu tun hat. Er hat mir gefallen, obwohl es nicht unbedingt einer ist, den ich nochmal sehen müsste.

Diskussionsansatz, wenn man den Film gesehen hat (auch Spoiler): Eigentlich gibt es eine interessante Frage über das Selbst die der Film anspricht – in einer Welt voller Klone, wer ist der echte Jack Harper? Tech-49, der Hauptprotagonist, produziert ein Kind und opfert sich und Tech-52, sein Klon, darf zum Schluss mit seiner Frau zusammenkommen. Aber ist das immer noch dieselbe Person? Offensichtlich nicht, denn der Körper ist ein anderer, aber der Film scheint anzudeuten, dass weil die beiden dieselben Erinnerungen haben, dass sie prinzipiell dieselbe Person sind. Also was macht dann eine Person zu dem, die sie ist? Der Körper oder die Erinnerungen? Wenn man Erinnerungen übermitteln kann, ist das genug, um dasselbe Ich zu erstellen? Oder funktioniert das nur mit Klonen, weil ihre Körper identisch aussehen und die Innereien wahrscheinlich auch die gleichen sind? All das wäre spannend gewesen zu erkunden, aber der Film überspielt es einfach irgendwie.

Urteil: Eine Empfehlung von mir, besonders wenn man auf solche Sachen steht, also postapokalyptische Geschichten, coole Kämpfe und Sci-Fi allgemein.

  1. Edge of Tomorrow (2014)

Was für ein cooler Sci-Fi-Actionfilm. Die Welt ist überrannt von Aliens und es liegt schlussendlich an erst-Medienexperte-dann-Major William Cage sie zu retten. Mit dabei ist Rita Vrataski, die Cage hilft zu verstehen was es mit der ganzen Invasion auf sich hat, da ein Angriff auf ihn bewirkt, dass er den letzten Tag wieder und wieder erlebt. Und es ist eigentlich diese Zeitschleife, die den Hauptteil der Geschichte ausmacht – und die Filmemacher haben das richtig gut gemeistert. Sie haben so viele verschiedene Implikationen dieser Situation erörtert, wie es die Wahrnehmung und Beziehungen beeinflusst und es ist einfach schön gemacht. Nicht nur das, wie wunderbar die Action und die Ästhetik des Ganzen sein mag, die Geschichte an sich und die Performances sind genauso wichtig.

Der Film fängt schon clever an, da sie den Vorspann so manipulieren, als wäre es eine Nachrichtensendung über den Weltuntergang. Ich liebe es, wenn Filmemacher sowas tun, dann kann man sich direkt in die Geschichte einfühlen. Und dann lernen wir Cage kennen, der zwar selbstbewusst erscheint, aber wenn er in den Kampf gezwungen wird, dann stellt sich heraus, dass er ein schreckhafter Feigling ist. Ich mein, klar, später wird aus ihm wieder ein krasser Draufgänger, aber es ist schön zu sehen wie er am Anfang ganz verängstigt rumläuft. Generell ist der Film kreativ und clever und obwohl es sich dabei um Gewalt und globale Zerstörung handelt, macht es richtig Spaß ihn zu schauen. Beim ersten Mal ist es eine ganzes Erlebnis, aber es ist auch nett hin und wieder mal reinzuschauen und neue Ideen in dem Film zu finden. Die Geschichte hatte viel Potential und ich finde in diesem Fall wurde es voll und ganz ausgenutzt.

Urteil: Geil und richtig gut – definitiv ein Juwel unter Sci-Fi-Filmen.

  1. Mission: Impossible – Rogue Nation (2015)

Eine neue Mission und diesmal, finde ich, die beste. Ethan Hunt haut mal wieder richtig rein, diesmal jagt er das Syndikat, eine Organisation von abtrünnigen Geheimagenten aus der ganzen Welt. Seine Vorgesetzten glauben nicht, dass es solch eine Organisation überhaupt gibt und versuchen es Hunt anzuhängen, also muss er nicht nur die Welt retten, in dem er das Syndikat stürzt, sondern überhaupt beweisen, dass es existiert. Dieser Teil der Serie ist das absolute Spionage-Highlight und ist schon von Anfang an richtig krass, dank einem wahnsinning beeindruckenden Stunt – Tom Cruise, der an der Seite eines militärischen Transportflugzeuges von Airbus hängt.

Und dann geht es immer weiter und weiter, jede einzelne Sequenz in diesem Film ist atemberaubend. Das Attentat in der Oper, mit dramatischer Musik und hervorragenden Aufnahmen; die Verfolgungsjagd und Motorrad-Kavallerie eine Treppe runter irgendwo in Marokko; und der finale Spannungsaufbau zur Konfrontation mit Solomon Lane, dem Antagonist, der sehr schlangenartig ist, was gut ist, wenn man der Bösewicht ist. Der McGuffin ist eine ‘Syndikat-Datei’ und diesmal haben wir sogar eine Jungfrau in Nöten – und zwar Benji. Also gibt es reichlich Drama und Kämpfe und Gezanke, und schwierige Entscheidungen, aber zum Glück gibt es auch dank mehreren komödiantischen Einlagen heitere Momente, wenn Ethan das ganze Ding komplett satt hat und Benji, der mit seinem Comedy Relief-Zeug reinschneidet. Es gibt aber auch viel Physical Comedy von den Schauspielern, was aus dem Film nicht nur eine actionreiche und visuell umwerfende Spionage-Action-Tour de Force macht, sondern auch einfach einen echt witzigen Film. In diesem Teil kommt auch mein Lieblingsteam vor: Hunt, Benji, Luther, na klar, Brandt, der das perfekte Gegenteil zu Ethan ist, und Ilsa Faust, der Neuzugang, die nicht nur unglaublich hübsch ist, sondern auch mächtig was drauf hat und Grätschsprünge um anderer Leute Hälse macht und so. Chris McQuarrie weiß wirklich wie man ein Team zusammenstellt und das beste aus ihnen herausholt.

Urteil: Mein Lieblingsteil der M:I Franchise – definitiv eine Empfehlung!

  1. Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never Go Back – 2016)

Die Fortsetzung des ersten Jack Reacher Films und ja, ist schon okay. Diesmal landet der Landstreicher zurück in der Armee, um seine Bekanntschaft, Major Susan Turner, vor Verleumdung zu bewahren. Sie wird wegen Spionage angeklagt – aber Reacher will beweisen, dass sie unschuldig ist und die echte Wahrheit aufdecken. Mit auf den Weg kommt Samantha, die behauptet Reacher’s Tochter zu sein – und so wird die Sache immer spannender, wie man das so schön sagt, und die Ermittlung startet richtig durch.

Brauchte die Jack Reacher Franchise wirklich einen Familienkonflikt? Nein, aber so wie sie ihn dargestellt haben, ist es nicht mal halb so schlimm. Robin aus HIMYM ist eine knallharte Majorin und im Großen und Ganzen ist das hier ein ordentlicher Actionfilm, ein bisschen übertrieben mit dem Drama, aber wieder, wenigstens ist das vorhandene Drama relativ gut gespielt. Es gibt ein paar Szenen, die ich besonders mochte, wie die coole, nach-einem-Kampf Eröffnungsszene, das Durchbrechen einer Autoscheibe mit einem Salzstreuer, durch die National Mall rennen, solche Sachen. Trotzdem, dieser zweite Teil hat die Magie des ersten nicht erfasst, nicht nur wegen dem unnötigen Familienscheiß, sondern auch weil er nicht auf dieselbe Art gefilmt wurde. McQuarrie hat mehr mit den Szenen gespielt beim ersten Mal, versucht (und geschafft) die Actionsequenzen neu und spannend zu gestalten, während hier die Szenen geradliniger sind. Was in sich ja nichts schlechtes ist, weil sie ja gut gemacht sind, aber es ist einfach nicht dasselbe. Es ist schwierig solch einem ausgezeichneten ersten Teil gerecht zu werden, und obwohl die Hauptfigur immer noch cool und krass ist, und ich persönlich seine durchgehende Selbsterkenntnis mag, dass Schuften zu verhauen eigentlich weh tut, fehlt trotzdem etwas.

Urteil: Nicht so geil wie der erste, aber hat seine Momente.

  1. Die Mumie (The Mummy – 2017)

Genau nichts hat in diesem Film funktioniert, außer Tom Cruise, und selbst er konnte ihn nicht retten. Ich muss ehrlich sein, ich habe das Original nicht gesehen, und die Monster der Finsternis sind sowieso nicht wirklich mein Ding, aber trotzdem, was ein cooler, düsterer Reboot einer beliebten Franchise sein könnte, ist leider faulem, profitorientierten Filmemachen zum Opfer gefallen und es ist genau richtig so, dass es voll ins Auge gegangen ist.

Die Geschichte folgt Sergeant Nick Morton, der auf antiker Schatzsuche ist, bei der er aus Versehen über das Grab der Prinzessin Ahmanet stolpert. Sie wiederum will den perfekten Wirtskörper finden, um Set zu beschwören, den Gott des Todes. Mit dabei sind die Archäologin Jenny Halsey, das hübsche Mädchen des Films, Mortons Freund Chris Vail als erst-Comic-Relief-dann Zombie des Films, und Dr Jekyll, der tatsächliche Jekyll/Hyde des Films. Eigentlich ist der Plot gar nicht mal so wichtig, weil egal worum es geht, es wurde so scheiße gezeigt und gedreht, dass es einem wirklich egal sein kann. Die Exposition wird mehrmals wiederholt, Handlungspunkte ergeben keinen Sinn, die Motivationen sind unklar und das ganze Ding lastet auf Tom Cruises Starpower und Hollywoods Einbildung (die in der Vergangenheit schon bestätigt wurde, im Übrigen), dass Reboots immer funktionieren, egal was man tut. Zum Glück hat es diesmal nicht geklappt. Hätte man sich darauf konzentrieren sollen ein besseres Drehbuch zu schreiben, als die Geldscheine zu zählen bevor sie geschlüpft sind, ne? Aber ich hab auch ein bisschen Mitgefühl, weil Cruise, wie er halt nun ist, sich voll in die Arbeit reingehängt hat. Sein Charakter ist anders als die, die er davor gespielt hat, er ist auf eine charmante Weise übermütig und bedeppert, dazu ziemlich lustig, und er hat hart daran gearbeitet einige bahnbrechende Stunts einzuführen, die in einem besseren Film vielleicht größeres Aufsehen erregt hätten (wie der schwerelose “Vomit Comet” Flugzeugabsturz-Stunt). Mir gefiel auch Annabelle, die Jenny gespielt hat und Sofia Boutella als Mumie war auch okay, kann man sagen, aber generell ist es schade, dass dieser Film am Ende floppen musste.

Urteil: Gut für hirnlose Unterhaltung, aber zurecht von Kritikern und der Kinokasse in die Schranken gewiesen, also nicht unbedingt eine Empfehlung von mir.

  1. Barry Seal: Only in America (American Made – 2017)

Noch ein herrliches Phänomen der deutschen Übersetzerkunst – einen englischen Titel für die Veröffentlichung in Deutschland mit einem anderen englischen Titel zu ersetzen (der dazu noch viel zu deskriptiv ist). Prächtig. Aber na gut.

Hier ein Film nicht für Luftfahrt-Enthusiasten. Inspiriert von der Lebensgeschichte von Barry Seal, einem erst-Berufspilot-dann-CIA-Auftragnehmer-und-Drogenschmuggler, der in den 80ern in beiden Amerikas mächtig Staub aufgewirbelt hat. Im Großen und Ganzen zeigt der Film wie Barry zur CIA gekommen ist, wo er aus einem langweiligen, schwunglosen Leben als Berufspilot angeworben wurde, und dann wie er, durch Drehungen und Wendungen, für jeden einzelnen Teil der Produktion und Bekämpfung des Drogenhandels gearbeitet hat und dabei einen Haufen Flugzeuge geflogen ist.

Mehr als eine Action-Comedy, wie es beworben wurde, fühlt sich dieser Film wie ein Independent-Film mit einem riesigen Budget an. Verschiedene Kameras und Drehstile wurden für unterschiedliche Teil des Films genutzt und es kommen sogar lustige Grafiken und Animationen drin vor. Im Großen und Ganzen ist das eine spannende, temporeiche semi-Filmbiografie, die sich mit den Feinheiten des luftgestützten Drogenschmuggels auseinandersetzt. Und wie man von einem Job in den nächsten fallen – und dabei stinkreich werden kann. Was mir gefiel war, dass hervorgehoben wurde wie Drogengeschäfte die lokale Wirtschaft fördern, sowohl in Südamerika, als auch in den Staaten. Nicht, dass die Förderung der Wirtschaft durch Drogengeld unbedingt etwas Gutes sei – aber immerhin ist es ein interessantes Phänomen. Außerdem waren die Performances gut, ich mochte Domhnall Gleeson besonders gern, als schmierigen CIA-Typen, der, da er in echt super nett und irisch ist, eine ganz andere Seite seines Schauspieltalents gezeigt hat. Und Cruise als Barry Seal natürlich, der Draufgänger mit einer ‘Alles geht’-Einstellung. Cruise hatte sogar die Chance ein bisschen den südlichen Akzent, den seine Eltern anscheinend hatten, zu nutzen, was schön zu hören war, und natürlich ist er ganz viel in ganz vielen Flugzeugen rumgeflogen.

Urteil: Spannend zu schauen und eine coole Story, besonders wenn man ein Fan von Fliegen und/oder Kartellgeschichten ist.

  1. Mission: Impossible – Fallout (2018)

Endlich, der Film der so wirklich das Ganze für mich ins Rollen gebracht hat. Ich finde die Idee einen Film so wie hier mit einer Traumsequenz zu beginnen nicht wirklich revolutionär, aber es wird mit der nächsten Szene wieder gut gemacht, mit einer perfekten kodierten Datei-Übergabe – und Ethan, der sehr dramatisch ‘Ich bin der Sturm’ sagt und so. Der McGuffin in diesem Teil sind Plutioniumbälle/Atombomben und es gibt eine neue Figur zum Spielen – August Walker, gespielt von Henry Cavill (mit einem makellosen amerikanischen Akzent), der als Aufseher von der CIA fungiert, um zu prüfen was Hunt da eigentlich tut. Die Gegner in diesem Film sind die Apostel (die zusammengeschabten Überreste des Syndikats) und ihr Hauptakteur John Lark. Wie treffen auch Solomon Lane wieder – und ich muss zugeben, mir gefällt es, dass sie den Plot vom vorherigen Teil weitergeführt haben. Es bringt was Neues in die Franchise ein, hilft ihr sich zu entwickeln und aktuell zu bleiben. Es kommen auch andere Charaktere zurück, sowohl gute als auch böse; Ilsa ist auch wieder da und ich habe mich sehr gefreut sie wiederzusehen.

Selbstverständlich gibt es auch großartige Stunts in diesem Film, die immer krasser werden: der Kampf in der Toilette, wo Henry Cavill seinen Bizeps nachgeladen hat (was der Arme dann in jedem Interview machen musste), die Extraktionsszene des Solomon Lane, mit der Hinterhalt-Gasse und der unglaublich gut gebastelten Szene einer Welle, die sich in einem untergetauchten Laster bildet, und natürlich ein paar Verfolgungsjagden, die geile Motorradjagd durch Paris und die Verfolgung zu Fuß über die Dächer von London. Außer der atemberaubenden Action kriegen wir noch einige Charakterentwicklungen, besonders die von Ethan. Er ist nicht mehr der junge, übermütige Geheimagent, der er 1996 war – er ist jetzt ein erfahrener Spion, immer noch ein krasser Typ, aber eher dazu veranlagt seine menschliche Seite zu zeigen. Er hat Gefühle, wird launisch, ist einfach voller dreister Frechheit und hat es manchmal so satt sich rumzuprügeln, und vor allem ist er verwundbar. Nicht nur wegen dem berüchtigten Stunt-Unfall von Cruise, als er von Gebäude zu Gebäude gesprungen ist und seinen Knöchel gebrochen hat – sie haben auch andere Szenen mit eingebaut, wo Hunt humpelt oder wegen seiner Wunden behandelt wird. Und es wird noch eine Facette seiner Persönlichkeit eingeführt – nämlich, dass er Schauspielern kann. Also spielt Cruise einen Spion, der so tut als ob er sauer wäre oder nicht wüsste, was abgeht. Und ich muss zugeben, ich fand das ziemlich cool. Im Großen und Ganzen, definitiv eine gute Fortsetzung der Serie, es gibt noch viel was man damit machen kann und ich kann’s kaum erwarten zu sehen, was sie sich als nächstes ausgedacht haben.

Diskussionsansatz, wenn man den Film gesehen hat (auch Spoiler): Es wurde auch der Versuch getan, glaub ich, eine moralische Diskussion einzuführen, als Hunt sich als Lark ausgibt und die Ablenkung, um Lane zu extrahieren, bespricht. Es kommt eine Traum/Phantasie-Sequenz, wo Ethan sich selbst sieht, wie er einen Polizisten erschießt – was er anscheinend nicht tun kann, von einer moralischen Sicht her, und er entscheidet sich den Plan stattdessen zu sabotieren. Dann erschießt er aber ein paar Schurken und das ist wiederum kein Problem – was ich damit sagen will ist, dass sie versucht haben über die Moralität bezüglich des Tötens von Leuten als Spion zu sprechen, aber sie kamen zu einer sehr binären Polizisten – gut, Schurken – schlecht Schlussfolgerung, die nicht wirklich tiefgreifend oder sogar wahr ist. Nicht, dass ich irgendwie gedankenschwere Philosophie von einem Spionage-Actionfilm erwarte, und ich weiß es auch zu schätzen, dass sie diese Diskussion überhaupt versucht haben, und die Situation stellt wirklich ein moralisches Dilemma für Ethan dar – aber ich weiß nicht, sie haben am Ende des Tages jetzt nicht wirklich etwas damit ausgesagt. Vielleicht interpretiere ich da viel zu viel rein, aber es kann sein, dass M:I wirklich die eigenen Entscheidungen und Werte nicht auf diese Weise hinterfragen muss.

Urteil: Eine gut gemachte Fortsetzung der Franchise, ein Geschenk, das immer wieder Freude bringt, und von mir eine klare Empfehlung.


Und das wär’s dann auch. Da ich aber meine Excel-Tabelle vom Schreiben dieses Artikels eh noch offen habe, lasst uns mal auf ein paar Zahlen schauen, nich? Dann noch ein paar Schlüsse zu dem gesamten Projekt und den Filmen und zum Schluss noch die für mich besten und schlechtesten Platzierungen.

Also, ein paar der Aspekte auf die ich geschaut habe während ich meine Tom Cruise-Watchliste verfolgt habe waren Regisseure, worauf die Filme basierten, Länge und die Quote der Empfehlungen. Sechs von den 38 Regisseuren haben mehrmals mit Tom Cruise gearbeitet, und Christopher McQuarrie ist dabei an erster Stelle – er hat bei drei der 45 Filme Regie geführt, obwohl die beiden insgesamt an 9 Filmen zusammengearbeitet haben, wo McQ nicht nur Regisseur war, sondern auch Drehbuchautor und Produzent (manchmal sogar als nicht erwähnter Autor). Überraschenderweise kamen nicht nur Regisseure zurück, sondern auch viele Schauspieler – manchmal erschien es mir sogar, als ob Cruise speziell in anderen Filmen mitspielen würde, um sie für Mission zu rekrutieren, wie Thandiwe Newton aus Interview oder Alec Baldwin aus Rock of Ages. Aber es kommen noch viele andere bekannte Gesichter vor, wie Philip Seymour Hoffman, Nicole Kidman, natürlich, Cuba Gooding Jr., Cameron Diaz, aber auch Hotchner aus Criminal Minds, nur um ein paar zu nennen. Ich weiß nicht, ob das häufig in Hollywood vorkommt, ich könnte kompletten Stuss schreiben, aber es war dennoch interessant es zu beobachten.

Wenn es um den Ursprung der Geschichten geht, sind mehr als ⅓ der Filme in denen Tom Cruise gespielt hat originale Drehbücher (wie Der richtige Dreh, Rain Man und Last Samurai). Der Rest waren Verfilmungen verschiedener Sachen, hauptsächlich Bücher (knapp 25% der Filme, wie Die Kadetten von Bunker Hill, Die Farbe des Geldes und Jack Reacher) und dann einer TV-Serie (Mission: Impossible), ein paar echter Menschen und Ereignissen (wie Geboren am 4. Juli, Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat und Barry Seal: Only in America), zwei Novellen (Eyes Wide Shut und Minority Report), eine Neuverfilmung aus einer anderen Sprache (Vanilla Sky) und ein Reboot (Die Mumie).

Wenn es um die Länge geht, dann waren mehr als die Hälfte der Filme länger als 2 Stunden, obwohl die andere Hälfte trotzdem immer sehr nah an diese 2 Stunden kam. Viele waren auch knapp 3 Stunden lang, obwohl nur einer diese magische Grenze überschritten hat – Magnolia, mit einer Länge von 3 Stunden und 9 Minuten, welches es zu dem längsten Film aus dem Tom Cruise-Filmkatalog macht. Der kürzeste war Space Station 3D mit einer Länge von 47 Minuten, aber das war eine Doku. Wenn es um Spielfilme geht, dann war Von Löwen und Lämmern der kürzeste, mit einer Länge von 1 Stunde und 32 Minuten.

Bezüglich meiner Empfehlungen ist es so, dass ich über die Hälfte der Filmografie empfohlen habe – 31 der 45 Filme, um genau zu sein, welche knapp 70% der gesehenen Titel darstellen. Das ist keine schlechte Note und es war ziemlich cool und angenehm sich durch den ganzen Katalog zu arbeiten.

Überraschenderweise, zumindest was ungeplante Projekte betrifft, war das Ganze schon generell cool. Es hat im Februar angefangen und zu der Zeit habe ich einfach alle Teile von Mission: Impossible geschaut. Dann weiß ich gar nicht mehr wie sich die Idee entwickelt hat alle Filme mit Tom Cruise zu sehen; ich war wie besessen, wie das bei mir so ist, wie ich schon in der Einleitung angemerkt habe. Ich habe eine Tabelle erstellt, um die Dinge einfacher zu machen und das hat sich dann auch stückweise entwickelt, als ich immer mehr und mehr Variablen eingeführt habe. Als ich die Liste so durchgegangen bin habe ich gemerkt, dass da viele Filme waren, die ich eh schon auf meiner Wunschliste hatte – also habe ich mich dann einfach entschieden die Sache durchzuziehen. Ich habe meine Familie und Freunde über meine Fortschritte informiert, obwohl sie es schnell satt hatten und wenn ich jetzt meine eigene Fliegersonnenbrille trage, dann können sie nicht anders und müssen sich ein bisschen lustig machen – aber ich bereue es nicht. Ich habe viele interessante Dinge gelernt und muss sagen, diesen Marathon zu beenden hat sich auch ziemlich gut angefühlt, sowie das Ende dieses Artikels zu erreichen (den Teil mit den eigentlichen Reviews jedenfalls).

Wenn ich Cruises Filmografie als Ganzes betrachte muss ich sagen, dass es er eine Weile gebraucht hat (aber bei weitem nicht so lange wie manch andere Schauspieler), aber er ist nach Top Gun wirklich in die Gänge gekommen und die meisten seiner späteren Filme waren richtig gut. Wie ich vorhin angemerkt habe, er scheint eine absurde Menge an Tatendrang zu haben wenn es darum geht Filme zu machen, er steigert sich in jedes Projekt rein und man merkt’s. Er hat Schauspielerei nicht einmal gelernt und er schafft es doch außerordentlich gut.

Obwohl, sein Schauspielstil, oder Fokus, hat sich verändert und überraschenderweise, je älter er ist desto weniger ernsthafte Rollen spielt er – ungefähr nach Walküre sind es praktisch nur noch Actionfilme und selbst Walküre hatte ziemlich viele Stunts für einen Kriegsfilm. Ich weiß nicht, ob das eine Frage der Präferenz ist oder ein Weg weniger verletzlich zu sein – man kann ja kaum etwas bedeutungsvoll nachteiliges über die Actionhelden, die er jetzt spielt sagen – oder vielleicht sind es die negativen Konsequenzen seiner schlechten Presse, aber wie dem auch sei, für mich persönlich ist es schade, dass er keine dramatischen Rollen in seinem späteren Leben mehr gespielt hat – oder auch streng komödiantische, um ehrlich zu sein. Vielleicht kommt das noch wenn sein Körper wirklich den Geist aufgibt und er quetscht jetzt einfach noch jeden Stunt rein, den er noch machen kann – das bleibt abzuwarten. Weil wenn es ums Schauspielen geht, da hat er richtig was drauf. Viele seiner dramatischen Rollen, sowohl die unter- als auch die übertriebenen, waren überraschend gut und er hat bewiesen, dass er auch Comedy machen kann, mit Tropic Thunder und Rock of Ages (mal ganz abgesehen davon, dass er auch singen kann).

Es erscheint mir als ob er das meiste Lob dafür bekommt, außer seiner Hingabe, dass er seine Stunts selber macht. Und dem schließe ich mich ebenfalls an. Seine Körperlichkeit, die er früh antrainiert hat und sein ganzes Leben lang gepflegt hat, ist wirklich bewundernswert meiner Meinung nach. Na klar könnte man sagen, dass er dafür bezahlt wird und Personal Trainer hat und so – aber die Wahrheit ist, dass er schon immer so war, und es eben diese Körperlichkeit und Intensität waren, die seine Karriere überhaupt ins Rollen gebracht haben und obwohl sie auch irgendwo ein Hindernis sein können, besonders bei dramatischen Rollen (weil es im normalen Leben nicht so viele Menschen mit solch einer Figur gibt), sind sie auch ein Beweis für seine Hingabe.

Darüberhinaus gab es noch eine interessante Sache, die ich über Tom Cruise im Laufe der Stunden, die ich Interviews mit ihm gesehen, erfahren habe – vor allem ist er ein wirklicher Fan von Filmen. Es ist angenehm und süß zuzuhören wie er über das Alte Hollywood oder Klassiker aus dem Wilden Westen spricht, oder dass er sich mit neuen Filmen auskennt, und dass er seine Stunt-Crew dazu zwingt Du sollst mein Glücksstern sein (1952) – übrigens wieder eine Scheißübersetzung – zu schauen, damit sie verstehen, wie physische Stunts die Entwicklung der Story beeinflussen. Aus dieser Sicht erscheint er mir als Geek mit einem reinen Herzen, der wirklich nur Filme liebt und das ist ein wunderbares Fundament und Motivation um Schauspieler zu sein, also, wenn es darum geht, nur zu, und gute Leistung.

Wenn es aber um Filme geht die ich wirklich liebe, dann kann ich diesen Artikel ja nicht beenden ohne vorher meine Top 3 besten und schlechtesten Titel aus dem Katalog vorzustellen. Interessanterweise sind alle 6 Filme die ich erwähne aus Cruises früheren Jahren – fast so, als ob wenn man als Schauspieler aus sich rausgeht, mehr Reaktionen ergattert, als wenn man eigentlich nur eine gemeißelte Actionfigur ist (was ich auch mag, damit mich niemand falsch versteht). Wie dem auch sei, ich fange mit den schlechtesten an und arbeite mich dann zur Spitze hoch.

Auf dem dritten Platz der schlechtesten Tom Cruise-Filme steht für mich Lockere Geschäfte. Vielleicht weil ich es nicht richtig gerafft habe, aber ich fande diesen Film zu gucken war schmerzhaft und unangenehm und ich wollte wirklich, dass er so früher endet. Ich mochte weder, dass die Hauptfigur ein Lappen war, noch seine Partnerin, die emotionslose Sexarbeiterin, noch schlussendlich die problematischen Implikationen welche der Film als Pointe nutzte.

Auf dem zweiten Platz steht Endlose Liebe, aus so ziemlich denselben Gründen wie Lockere, der einzige Unterschied ist, dass in diesem Fall Tom Cruise wirklich nur eine mickrige Rolle hatte. Vielleicht sollte ich diesen Titel nicht mal wirklich als Eintrag auf dieser Liste betrachten: aber hey, er hat darin gespielt, also habe ich’s auch rezensiert. Als Film war’s schrecklich, als Geschichte war’s schrecklich und die Aussage des Films war noch mal doppelt so schrecklich.

Was aber alles übertrifft ist verdammt nochmal Legende. Heilige Scheiße war das furchtbar anzusehen. Wenn schon Lockere schmerzhaft war, dann war Legende eine regelrechte Folter. Es würde mich nicht überraschen wenn Tom selbst diesen Film hassen würde, denn es war nicht gerade eine Glanzleistung seiner Schauspielkünste, und zudem war der Film generell einfach extrem peinlich und blöd.

Das waren also die schlechtesten Filme und jetzt die besten aus der ganzen Reihe. Überraschenderweise nur Militärfilme aus irgendeinem Grund. Vielleicht haben sich die zahlreichen Bootcamps und Spionage-Trainings doch ausgezahlt, und keine einzige Liegestütze war umsonst gewesen. 

Auf dem dritten Platz, Die Kadetten von Bunker Hill. Ich war wirklich überrascht wie sehr mir dieser Film gefallen hat, da ich nie zuvor davon gehört habe. Die Idee ist simpel und tadellos umgesetzt, die Besetzung ist großartig und alles in dem Film funktioniert einfach. Es ist sehr militärlastig, das ist natürlich nicht für jeden etwas, aber ich konnte meine Augen nicht vom Bildschirm abwenden. Und dafür, dass es erst Cruises zweiter Film war, seine erste wirklich größere Rolle, hat er schon sehr viel Talent und Tatendrang gezeigt.

Der Zweitplatzierte: Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel. Hier ist es teilweise Nostalgie, teilweise einfach weil es ein guter Film ist, aber man kann sich kaum wirklich über etwas beschweren. Ich liebe 80er-Filme, Actionfilme, Militärfilme – und dieser ist alles in einem. Der Film ist temporeich und peppig, und schafft es gleichzeitig einem ans Herzen zu greifen – und alle sehen gut und cool aus und jeder nächste Satz den egal wer sagt ist einfaches pures Gold. Im Großen und Ganzen, einfach prächtig und eine Freude wieder und wieder anzuschauen.

Und endlich, der Gewinner – Eine Frage der Ehre. Ich wusste, dass es diesen Film gibt, hatte aber nie wirklich Interesse ihn zu sehen und gut, dass es so war; ich denke ich hätte ihn früher nicht wirklich wertschätzen können. Aber jetzt hat es mich einfach nur umgehauen. Es ist lange her, dass ein Film mich so in den Bann gezogen hat und ich bin so froh ihn entdeckt zu haben. Die Geschichte ist unglaublich gut geschrieben und jede Performance ist eine Meisterleistung – ich komme nicht darauf klar, dass es diesen Film gibt und ich empfehle ihn jedem, ganz davon abgesehen, dass es ein Film mit Tom Cruise ist. Es ist einfach so ein umwerfender Film, mit Drama und Plot Twists und genialer Schauspielerei und der kriegsgerichtlichen Verhandlung des Jahrhunderts.

Okay, jetzt war’s das wirklich. Ich weiß nicht, ob ich sowas mit einem anderen Schauspieler je wieder machen werde, aber ich muss zugeben, es hat mir schon Spaß gemacht. Dieses Projekt zu beenden fühlt sich an wie ein richtig gutes Buch zu schließen – ich weiß nicht so genau wie ich jetzt weiter machen soll, worauf ich mich als nächstes konzentrieren soll. Die Filme von Tom Cruise haben mich über ein halbes Jahr lang begleitet und ich glaube es wird eine Weile dauern, sie wieder hinter mir zu lassen – aber ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass es sich total gelohnt hat

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